Schalten manche einfach ab?

Veröffentlicht: Mittwoch, 17.11.2010 in Kollegen

Der gute Sash berichtet über einen Kunden, der ohne moderne Navigationshilfen oder Sashs Dienstleistungen völlig aufgeschmissen wäre.

Spontan musste ich an einen lieben Ex-Kollegen denken, mit dem ich nicht unweit von Sashs Heimat Stuttgart unterwegs war. Wir befanden uns in einem beschaulichen Örtchen, das im Grunde aus einer Hauptstraße und ein paar Mülltonnen abseits Nebenstraßen bestand. Der Weg zu unserer Herrberge in diesem beschaulichen Städtchen zeigte uns natürlich ein schönes Navigationsgerät im Firmenwagen. Zu diesem Zeitpunkt also fiel mir noch nicht auf, dass mein geschätzter Kollege, der mal „was mit Computern“ auf Diplom studiert hatte und komplizierteste mathematische Dinge (elliptische Kurven anyone?) quasi im Kopf rechnen konnte, schneller als ich Gähnen zustande bin, ein kleines Defizit hatte.

Dieses Defizit zeigte sich, als wir den Ort mit dem ältesten Fortbewegungsmittel der Welt, nämlich per pedes, erkundeten. Nachdem der örtliche Dönerdistributor erfolgreich und schmackhaft erkundet war, schlenderten wir noch wahllos durch die Gassen bis mein Kollege meinte, es sei an der Zeit das Spesenkonto zu plündern und die Hotelbar zu leeren. Da derartige Vorschläge von mir aus Prinzip keine Widerworte ernten, wunderte mich der fragende bis suchende Gesichtsausdruck meines Kollegen. Dieser blieb jedoch auf der Stelle wie angewurzelt stehen, während ich seinen fragenden Blick irrtiert erwiderte.

Nach scheinbar endlos erscheinenden Sekunden, sprach er schließlich, dass er keine Ahnung mehr hätte, wo wir uns befänden und ich solle doch bitte mal losgehen, falls ich es wüsste.

Zum Glück weiß ich aus Prinzip immer zwei Dinge, nämlich einmal, wo der nächste Kippenautomat zu finden ist und dann noch, wo sich mein (derzeitiges) Bett befindet. In dem Fall fiel mir das besonders leicht, weil wir uns in der Parallelstraße zum Hotel befanden, keine 200 Meter Fußweg entfernt.

Und was ist die Moral der Geschicht? Vertraue der Ortskenntnis deines Kollegen nicht!

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Kommentare
  1. Tobi sagt:

    Manchmal frage ich mich, warum manche Menschen sich einfach nicht orientieren koennen. Das ist doch gar nicht so schwer (meiner Meinung nach)?!
    Als ich in Rockford (Amerika, IL) angekommen war, wusste ich nach 2 Tagen wie ich wo hinkomme.
    Wie geht es den anderen Bloglesern?

  2. @Tobi

    Da bin ich auch ehrlich überfragt. Zumal mein damaliger Kollege wirklich sehr intelligent ist und auch genug Abstraktionsvermögen besitzt. Und auch ansonsten hat er sich nie so unbeholfen angestellt.