Am besten Gestern

Veröffentlicht: Mittwoch, 24.11.2010 in Kunden

Wer nicht weiß, was er mit seinem ganzen Geld tun soll, der kann mich bei meinem Brötchensponsor mieten. Das ist ganz praktisch, weil mein Brötchensponsor dadurch in der Lage ist, mein Frühstück zu sichern und der Kunde, dem anschließend ein Loch in der Tasche klafft, erhält durch mich das Wissen, das er selbst nicht hat.

Nun sind die Kunden der Meinung, dass die paar Groschen mehr, die meine Dienstleistung kosten, ja absolut nicht notwendig sind und sie selbst das alleine hinbekommen. Natürlich ohne jemals einen Blick ins Handbuch zu werfen, weil sowas ist ja für die Computerbild-Leser. Wohin das führt, kann man sich sehr leicht vorstellen. Wessen Vorstellungskraft hierbei versagt: Eher geht ein Elefant durch ein Nadelöhr.

Nachdem also der sparsame Kunde feststellt, dass er vielleicht doch besser jemanden dazuholt, der sich damit auskennt, klingelt also bei mir das Telefon und ich werde zu dem Disaster gerufen. Zumindest die so die Vorstellung meines Gegenübers, der meist nur denkt, dass ich auf nichts anderes als diesen Anruf gewartet habe.

Ist die erste Enttäuschung des Kunden überwunden und er kann sich damit abfinden, dass man 500 km nicht in einer Stunde zurückgelegt bekommt – zumindest nicht solange, wie mir mein Brötchengeber keinen Helikopter zur Verfügung stellt und selbst da würde das eng – und ich darüber hinaus auch unter Verschiebung aller möglichen Termine doch erst in zwei Wochen Zeit habe, ist es Zeit für das technische Vorgespräch.

In diesem Gespräch versuche ich herauszufinden, was der Kunde von mir erwartet und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Und genau an dieser Stelle verblüffte mich mein Kunde R. Affnix, der zuvor noch den Untergang des Abendlandes beschwor, wenn ich nicht spätestens übermorgen dort persönlich auftauchen würde. Zuvor hatte ich mir bereits die Ohren blutig und den Mund fusselig telefoniert, nur um den Terminwünschen des Herrn entsprechen zu können. Als es dann um die Voraussetzungen für den Termin ging, wurde schnell klar, dass er diese gar nicht erfüllen könnte. Statt aber in den verbleibenden 24 Stunden eben jene herzustellen, war es auf einmal kein Problem mehr, den Termin um drei Monate zu verschieben.

Das Gespräch wurde dann auch schnell meinerseits beendet, da mein herunterklappender Unterkiefer den Tisch durchschlagen hatte, nicht ohne dabei blutigen Schaden zu nehmen. Manchmal wüsste ich echt gerne, was meine Kunden für Pillen schlucken. So schlecht kann das Zeug nicht sein.

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Kommentare
  1. Sash sagt:

    Rache ist ja in Ordnung – aber hast du jetzt eine Klon-Armee im Aufbau, die sich zurückholt, was dir zusteht:

    http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/320430/index.html

    ?

    :)

  2. @Sash

    So eine komplette Kiefersanierung ist teuer. Also musste Kohle her. Und da man bekanntlich alles selber machen muss, was gut werden soll, war ich sehr glücklich, als ich das „Klonkit für Zuhause“ zu einem echt fairen Preis entdeckte.

    Aber nicht weitersagen. ;)

  3. Sash sagt:

    Ich werde schweigen wie ein Grab! ;)

  4. Gut so. Sonst hätte ich dich mit den Fischen schlafen lassen müssen. ;)