Kundeninduzierte Büroverschönerung

Veröffentlicht: Dienstag, 21.12.2010 in Kollegen, Kunden

Ein lauter Schrei riss mich aus meinem Tagtraum und ich eilte in das Büro meines Kollegen. Dieser war gerade damit beschäftigt, einen formschönen Stirnabdruck in seinen Tisch zu hämmern. Als er meiner Person gewahr wurde, zeigte er kommentarlos auf den Bildschirm vor sich, und setzte seine Personalisierungsmaßnahme des Büroinventars fort.

Dort war folgende Mail des Administrators eines Kundenunternehmens mit ca. 150 Windows-Arbeitsplätzen, die alle von diesem betreut wurden, zu lesen:

Hallo Herr $Kollege,

in Ihrer letzten Mail fragten Sie mich, welche Windowsversion auf den besagten Arbeitsplätzen eingesetzt wird. Nun meine Frage: Wie kann ich das herausfinden?

Keine drei Sekunden später nach dem Lesen war ebenfalls ein lauter Schrei meinerseits im Unternehmen zu vernehmen und die Wand meines Kollegen ziert fortan ein formschöner Abdruck meiner Stirn.

Und eine Frage lässt mich seither nicht mehr los:

Wie ist dieses Individuum zu seinem Job gekommen?

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Kommentare
  1. Silberaugen sagt:

    Das frage ich mich sehr, sehr häufig wenn ich manche Leute sehe. Da sind Sie nicht alleine mit.

  2. @Silberaugen

    Wir haben ja zwei Vermutungen: Er muss sich reingeschlafen haben, weil er eine Granate im Bett sein muss. Oder er ist so schwer mit einem Inhaber verwandt, dass seine Inkompetenz irrelevant ist.

    Wobei ich da doch eher auf Vermutung Eins tippe.

  3. Silberaugen sagt:

    Na, oder es ist der Sohn eines Freundes aus dem Golf/Tennisclub, der mal ein Windows 7 aufgesetzt hat und deswegen ja Ahnung haben muss.

    Lg,

    Silberaugen

  4. @Silberaugen

    Der wüsste aber, wie man herausfindet, welche Windows-Version das ist. ;)

  5. idriel sagt:

    Ich würde ja sagen, als nach Freiwilligen gefragt wurde sind alle anderen einen Schritt zurückgetreten…
    (weil die Aufgabe nach Arbeit klang)

  6. @idriel

    Interessante Theorie. Könnte was dran sein.

  7. airafeuermond sagt:

    Ich hab da noch eine Theorie. Als ich meinen Netzwerker gemacht habe – Maßnahme Arbeitsamt und so… weil ich ja eh ständig mit rechnern hantiere und schon ccna bin – waren da auch Gestalten im „Kurs“ deren Alter ich auf etwa 120 schätzen würde. Da unser „Ausbilder“ aber nicht dumm ist und seine Quote halten wollte, schubste er uns einfach mal frommfröhlich die Prüfungsfragen und Laborsituationen zu, die wir auswendig zu lernen hatten. Unserer älteren Semester haben sich genau darauf konzentriert. So kam es, dass einer nichtmal ein E-Mail Fach hatte, um seine Prüfungseinladungen zu empfangen usw. – Im Auswendiglernen war er aber grandios und machte die Prüfungen im Schnitt mit 96% . Der gute Mann hat knapp vor dem Rentenalter eine verdammt gut bezahlte Position bekommen – für 2 Monate – um die andere hart kämpfen mussten. Möglicherweise hast Du genau DIESEN Typen erwischt.

  8. @ariafeuermond

    Dafür war der Kasper zu lange im Job. Solche Prüfungen auswendig lernen, das ist eines. Musste ich auch regelmäßig, da Praxiswissen oftmals eher hinderlich als sinnvoll war, man aber zum Erhalt des Partnerschaftsstatus („Diamantplatinultragoldpartner“) eben diesen Wisch benötigte. Aber spätestens im Job fällt dann auf, ob es derjenige drauf hat und man sich nicht besser während der Probezeit trennt.

  9. airafeuermond sagt:

    Dem ein oder anderen Chef fällt es eben nicht auf. Zum Beispiel dann, wenn sie selber keine Ahnung haben.

  10. @ariafeuermond

    Glaub mir, soviel geballte Inkompetenz sollte selbst dem größten Merkbefreiten auf die Füße springen.