Digitaler Radiergummi der Internetausdrucker

Veröffentlicht: Mittwoch, 12.01.2011 in Gedanken, IT

Wie Heise aktuell berichtet, hat sich ein Saarbrücker Professor die Mühe gemacht, eine Software zu entwickeln, die das digitale Vergessen unterstützen soll.

Diese Idee hatte Verbraucherfeindschutzministerin Ilse Aigner und Innenüberwachungsminister Thomas de Maizière schon seit längerem gehegt. Nun gibt es also auch die passende Software dafür. Kritikpunkte daran gibt es alleine technischer Art genug, doch der Killer ist, dass es später mal Geld kosten soll.

Wer also wirklich ernsthaft drüber nachdenkt, ob ein Bild ihm später zur Schande gereicht, und daher nicht ewig öffentlich kursieren sollte, sollte vielleicht eher drüber nachdenken, ob er dieses Bild wirklich veröffentlichen muss.

Doch dies beweist wieder: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Unsere Politiker sind gar nicht so böse, sie haben nur echt keine Ahnung. Wie wäre es stattdessen, die Medienkompetenz zu fördern? Aber das kostet vermutlich zuviel Zeit und noch mehr Geld.

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Kommentare
  1. bertil sagt:

    Ja. Schön.
    Nur die Bilder bleiben trotzdem online. Und der Schlüssel wird irgendwann geknackt.

    Mehr Geld fürs Internet auszugeben als für den Anschluss fällig wird, wollen auch nur wenige. Super Idee so gesehen, wird sich garantiert rasant schnell verbreiten. Weil sicher schon jeder eine schlechte Erfahrung mit Bildern im Netz gemacht hat. Spitze!

    Medienkompetenz wäre echt mal fällig. Die sollen im Bundestag anfangen damit.

  2. @bertil

    Viel einfacher noch: Ein Screenshot und das Bild ist gesichert auf alle Ewigkeit. Und gegen die Veröffentlichung durch Dritte ist eh kein Kraut gewachsen. Einfach nur eine Totgeburt.

  3. Silberaugen sagt:

    Ich bin der Meinung das Medienkompetenz dringend als Unterrichtsfach an deutsche Schulen gehört.
    Aber dann fangen die nachher noch an, Politik zu hinterfragen.

    Ansonsten:
    Der Weg zur Hölle ist gepflaster mit „gut gemeint“.

    Alles Liebe,

    Silberaugen

  4. @Silberaugen

    Wie recht du doch hast.

  5. chefarbeiter sagt:

    @Silberaugen Prima Idee, nur stellt sich da mir die Frage, wer dieses Fach unterrichten soll? Die meisten Lehrer hätten Unterricht in Medienkompetenz doch viel mehr nötig, als die Schüler…

  6. bertil sagt:

    Einige Fachkräfte für Medienkompetenz gibt es, auch in einem Alter, wo sie von uns Jugendlichen als Lehrer akzeptiert würden. Manchmal kommen sie sogar zu Vorträgen an Schulen.

    Vorteil: Die meist noch Jüngeren Referenten werden allgemein als „cool“ angesehen.
    Problem: Man müsst im Prinzip heutzutage in der Grundschule damit anfangen, oder sogar vorher…

    Aber es gibt auch den Gegenteiligen Fall, das „born-digitals“ den älteren Leuten auf die Sprünge helfen: http://de.wikipedia.org/wiki/Phipz

    Die Lösung liegt vermutlich wie immer irgendwo in der Mitte. Oder bei beidem, weil beide brauchen Unterricht und können voneinander lernen. Die Jungen vor den Älteren vor allem, seine Daten nicht um sich zu schmeißen. Umgekehrt können die Älteren von den Jüngeren lernen, wie man sich frei und doch gefahrlos im Web bewegen kann… Interessant wird es, wenn mal alle born digitals sind bzw. der Großteil der Bevölkerung.

  7. […] gibt es nicht mehr zu ergänzen, außer dass der digitale Radiergummi jetzt für 24 EUR im Jahr zu haben ist. Mehr weiß (wie […]