Bedenklich

Veröffentlicht: Dienstag, 18.01.2011 in Gedanken

Wenn der Wert eines Unternehmens so erheblich von einer Person abhängt, dass bei dessen Krankheit der Börsenwert glatt um 20 Mrd. Dollar einbricht, dann sollte man sich ernsthaft Gedanken machen. Und zwar sowohl über die Kaffeesatzleserei an der Börse als auch das Unternehmen an sich.

Mehr Details verrät Spiegel Online.

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Kommentare
  1. Igor sagt:

    Auf einer Seite fühlt man sich so ziemlich cool, wenn man merkt, dass eigene Abwesenheit so große Wellen schlägt … aber anderseits sind 20Mrd. Dollar irgendwie auch dein Geld.

    Mit Steve will ich doch nicht tauschen :)

  2. @Igor

    Schon, aber es zeigt doch eher, was für eine Kaffeesatzleserei die Börse wirklich ist.

  3. schokopirat sagt:

    Natürlich funktioniert die Börse über Erwartungen in Bezug auf die zukünftige Unternehmensentwicklung und natürlich ist das in Teilen Kaffeesatzleserei. Wer weiß schon, ob ein Unternehmen seine Innovationskraft behält, ob es sich mit bestimmten Produkten durchsetzen kann oder ob es ein bestimmtes Image halten kann?
    Auf der anderen Seite hat Jobs in der Vergangenheit gezeigt, wie wichtig er für Apple ist. Nachdem er das Ruder bei Apple wieder übernommen hatte, hat er dem Unternehmen enorme Gewinnzuwächse beschert. Er hat das Portfolio von Apple konsequent ausgedünnt, die Marke vernünftig vermarktet und mit diversen neuen Produkten die richtigen Nerven bei den Konsumenten getroffen. Vor Jobs Rückkehr stand Apple nicht grade glänzend da.
    Von daher sind die Kursschwankungen konsequent und kommen nicht von ungefähr, sondern sie orientieren sich an der Vergangenheit von Apple. Es gibt wenige Unternehmen in der Richtung, in denen der Erfolg so stark mit dem CEO verknüpft ist.

  4. @schokopirat

    Ohne Frage ist Jobs enorm wichtig für das Unternhemen (gewesen). Aber, dass der Marktwert gleich um 20 Mrd. einbricht, das halte ich doch für übertrieben vom Markt reagiert. Und es zeigt mir eben die Auswüchse, die das Ganze angenommen hat.

  5. schokopirat sagt:

    @Der Maskierte: Prozentual sind 20 Mrd. bei Apple nicht viel. Das ist ein Einbruch von weniger als 10%. Das hört sich schon ganz anders an als „20 Mrd. Dollar“. Gemessen am Symbolcharakter, den Jobs für die Apple-Fangemeinde hat und gemessen an seinen Leistungen in den letzten 12 Jahren ist das eine Schwankung, die nicht wirklich verwundert und die auch nicht so wild ist. Ein neuer CEO müsste erst einmal beweisen, ob er in der Lage ist, Apple so zu vermarkten, wie es Jobs zur Zeit tut. Lebt Apple doch primär davon, dass die Produkte erfolgreich als Lebensstil vermarktet werden.

    Eben dieses „Lifestyle-Gefühl“, das mit Apple-Produkten verbunden ist, hat Jobs erfolgreich am Markt etabliert. Und das kann sich unter einem neuen CEO ganz schnell ändern.

  6. @schokopirat

    Eine Schwankung von mehr als 3% fand ich dennoch etwas übertrieben. Apple steht gut am Markt und durch Jobs ist auch die Zukunft deutlich vorgezeichnet. Die Innovationen kommen eh aus deren R&D und die haben das K.I.S.S.-Prinzip inzwischen mit dem Hammer eingetrichtert bekommen.

    Zudem hat er nicht gesagt, dass er morgen mit dem Sensemann frühstückt, sondern nur mal ein wenig kürzer tritt. Dennoch hat der Markt erstmal die große Panikwelle geschoben, die zum Glück nachher abgeebt ist.

    Deswegen ist das Verhalten für mich exemplarisch für die an der Börse stets zu findende Kaffeesatzleserei.