Wer zuletzt lacht

Veröffentlicht: Mittwoch, 26.01.2011 in Kollegen

Diesen Eintrag widme ich anna.

Einer unserer Azubis, nennen wir ihn im folgenden Frederik, hatte den Auftrag, unsere Firmenwägen durch die Waschstraße zu jagen. Soweit, so gewöhnlich.

Nach einer ordentlichen Weile kam er mit hochrotem Kopf zurück und beichtet unserem Häuptling, dass er beim Ausparken einen klitzekleinen Findling übersehen hatte. Der Kombi eines Kollegen ging dadurch künftig als Kleinwagen anstandlos durch. Dem Herzklappenabriss nahe, ermahnte unser Häuptling den Delinquenten und entließ ihn in Schimpf und Schande, jedoch ohne bleibende körperliche Schäden.

Die ungewöhnlichen Tuningmaßnahme Frederiks machten natürlich sofort die Runde im Flurfunk. So war es kein Wunder, dass er dem Spott seiner Mitazubis voll ausgesetzt war, die bisher unfallfrei die Firmenwägen bewegt hatten. Ganz besonders tat sich dabei Lars Ästermaul hervor und schüttete nicht nur Salz, sondern gleich Salpetersäure in die offene, seelische Wunde des inzwischen zu einem Häufchen Elend verkümmerten Frederiks.

So schritt ich ein, hinterließ noch ein paar pädagogisch mahnende Worte bei Frederik, deren Wertgehalt durch ein breites Grinsen meinerseits unterstrichen wurde, und beauftragte Lars die restlichen Fahrzeuge durch die Waschstraße zu schubsen.

Mit dem Lächeln des Überlegenen ging also Lars zu unserem Häuptling und ließ sich dessen Autoschlüssel aushändigen. Immer noch spottend begab er sich hinters Steuer der großen Dienstlimousine, legte den Rückwärtsgang ein, trat herzhaft aufs Gaspedal und krachte schwungvoll in den gerade auf den Hof eingebogenen Müllwagen.

Die anschließende Strafpredigt unseres Häuptlings für Lars war im halben Gebäude zu hören. Durch die geschlossene Tür!

Und wären die Ohren nicht im Weg gewesen, Frederik hätte problemlos im Kreis grinsen können.

Die Moral von der Geschicht‘? Spotte über deine Leidensgenossen nicht!

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Kommentare
  1. chefarbeiter sagt:

    Und bei welchem Beruf steht jetzt Waschen von Autos im Lehrplan?

  2. @chefarbeiter

    Lehrjahre sind keine Herrenjahre. ;)

    Außerdem müssen die nicht selber waschen, sondern nur die Karre durch die Waschstraße schubsen.

  3. chefarbeiter sagt:

    Gehört trotzdem nicht zu dem Beruf, den sie lernen sollen. Das sind Auszubildende und nicht Auszubeutende.

  4. @chefarbeiter

    Wo ist es bitte Ausbeutung, wenn man die abwechselnd alle paar Monate die Autos durch die Waschstraße fahren lässt? Ausbeutung ist es doch nur, wenn man sie NUR solche Jobs machen lässt. Und das ist definitiv nicht der Fall, z.B.:

    https://dermaskierte.wordpress.com/2010/12/08/sprachlosigkeit/

  5. anna sagt:

    oh, mir gewidmet?! *knicks* ;-)

  6. @anna

    Maskierte halten ihr Wort. *verbeug* ;)

  7. hellhound sagt:

    wagen, wiegen, wägen? Ich bin irritiert… Aber eine korrekte Lösung um den Azubis mal ein wenig Spass zu gönnen. ;-)

  8. @hellhound

    Große, dicke Oberklasselimousinen, die wir aufgrund unserer kleinen, primären Geschlechtsorgane fahren müssen. ;)