Eine Email, die ich gerne geschrieben hätte

Veröffentlicht: Montag, 26.09.2011 in Kollegen

Liebe Kollegen des männlichen Geschlechts,

ich finde es faszinierend, dass wir alle in der Lage sind, die komplexesten Probleme und Aufgabenstellungen der IT zu meistern, jedoch einige an einem wirklich einfachen, elementaren Bestandteil des Lebens versagen: Dem Toilettengang.

Ich möchte gar nicht über den ein oder anderen Spritzer neben statt im Pissoir sprechen, schließlich sind wir alle von Geburt aus mit Feuerwehrschläuchen ausgestattet und aus 2-3 Meter Entfernung ist man eben nicht mehr der Treffsicherste. Schwamm drüber. Aber warum zum Teufel schafft ihr es, euer Gehänge ordnungsgemäß wieder zurück in den Stall zu packen, aber dann nicht den lustigen Knopf an der Wand zu drücken, der die Spülung betätigt? Zu simpel? Müssen da blinkende LEDs dran? Oder macht das zuhause eure Frau für euch?

Auf der anderen Seite finde ich es bemerkenswert, dass ihr es anschließend schafft, euch die Hände zu waschen. Dies kann man unschwer an den ganzen Papierhandtüchern neben dem Papierkorb erkennen.

Ein weiterer Genuss für die Sinne ist es, wenn man in höchster Not in eine dieser schönen Thronboxen muss, nur um festzustellen, dass es keinen verdammten Schacht ohne Bremsspuren gibt. Wie soll ich das denn bitte verstehen? Soll ich jetzt stolz auf euch sein, dass ihr wenigstens nicht daneben geschissen habt? Macht ihr das zuhause auch so? Dann ladet mich bitte, bitte, bitte niemals zu Besuch ein, ich möchte gar nicht wissen, wie es im Rest eurer Wohnung aussieht. Ansonsten gilt: Wen ich dabei erwische, dass er die Toilettenbürste nach seinem Geschäftsgang sträflich vernachlässigt, dessen Kopf missbrauche ich als ebensolche.

Zu guter Letzt muss ich die Schmutzfinken unter euch drauf hinweisen, dass euch der fünfjährige Sohn meiner Ex-Freundin in jedem der angesprochnen Punkte in die Tasche steckt. Traurig, nicht wahr?

Angewiderte Grüße

Der Maskierte

Kommentare
  1. Ich sagt:

    Die E-Mail sollte man wohl standardmäßig in jeder Firma rumgehen lassen…

  2. sachma sagt:

    Ich bin einer von drei Männern unter 13 Mitabeiterinnen und Mitarbeitern. Das erste was mir gesagt wurde als ich, als einziger Mann, dort angestellt wurde war: „Und wehe du setzt Dich nicht hin!“ ZumGlück war das keine große Umstellung für mich.

  3. Man(n) oh Man(n) – bringt euch dass den keiner bei, treffsicher zu zielen ? ;)

    „Tritt näher heran – – – der nächste hat vielleicht ein Loch im Schuh.“ ;)

    VhG

    Andrea

  4. @Ich

    Ich kenne auch Firmen, da hat es funktioniert. Zugegeben, es ist eher die Ausnahme, aber immerhin.

    @sachma

    Solange ich ein Mann bin, solange stehe ich beim Pinkeln! Und ich verspüre absolut gar kein Interesse, mich zur Frau umbauen zu lassen. ;)

    @rosenyland1984

    Wie gesagt, wir alle sind von Natur aus prächtig bestückt, selbstredend, und haben daher ein wenig Koordinationsprobleme… ;)

    Der Spruch, wie er mir geläufig ist, lautet übrigens: Tritt näher, denn er ist kürzer als Du denkst.

  5. @Maskierter

    Ich dachte, mit viel üben im Laufe der Jahre geht das mit dem Zielen eigentlich schon ganz gut. (Im nächsten Leben komm‘ ich als Mann auf die Welt – um das auszuprobieren . ;))

    Und wie sieht’s aus: Hast du die Mail schon verschickt oder nicht ? ;)

    Ja, die andere Variante des Spruches ist mir auch geläufig. Doch ich hab‘ nicht gewusst, ob etwas nicht ganz stubenreines (ups unbeabsichtigtes Wortspiel) hier gepostet werden darf. *verlegen*

    VhG

    Andrea

  6. Panama Jack sagt:

    Ich weiß auch nicht, was die Kollegen da immer veranstalten … den erwähnten Spruch hab ich letztens über das Pissoir geklebt, in der kleinstmöglichen Schriftart gedruckt.
    Ich hab mir gedacht, wenn sie zum Lesen schon mit dem Auge auf Anschlag gehen müssen, ist das ja schon die halbe Miete ;-)

    Und in der „Thronbox“ hängt dieses wunderbare Kunstwerk:

    Hilft sogar etwas.

  7. @rosenyland1984

    Ich halte nichts von politischer Korrektheit und Jugendschmutz… erm Schutz. Wen sie es kapieren, sind sie alt genug. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof. :D

    @Panama Jack

    Mein Rezept bei sowas: Warten, bis die Probanten alle gemütlich am Mittagstisch sitzen und sich vollstopfen und dann ihnen in blumigen Worten mit ihren eigenen Machenschaften den Appetit zu verderben. Hat auch einen gewissen erzieherischen Effekt. :)

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