Nachteil eines Einzelbüros

Veröffentlicht: Montag, 17.10.2011 in Kollegen

So ein Büro für sich alleine hat schon sehr viele Vorteile. Konzentriertes Arbeiten sei hier als einer der gewichtigsten aufgeführt. Doch gibt es auch Situationen, da kann so ein Einzelbüro auch teuflisch sein.

Man stelle sich also vor, man war bereits recht früh am Tag zu einem Geschäftsessen verabredet. Statt in einem Schiki-Micki-Laden gab es gutbürgerliche Küche: Spanferkel mit Semmelknödeln und einem Berg besten Hausmachersauerkrauts.

Man kehrt zurück, freut sich ob des guten Gesprächs und Essens wegen des Lebens und sitzt nun an seinem Rechner und geht so den Dingen nach, die man für gewöhnlich tut, damit der Häuptling einem weiterhin die Brötchen sponsort. Während man also so an seinem Platz sitzt, tut das zu sich genommene Essen für gemeinhin das, was es im Leib so tut: Es rutscht langsam vom Magen in den Darm und besonders das Sauerkraut entfaltet dabei dort eine ganz besondere Wirkung.

Da die Hauptsteuereinheit des Protagonisten aber gerade intensiv mit anderen Dingen beschäftigt ist, wird dieses Ereignis als unwichtig priorisiert und schafft es somit nicht, den Wahrnehmungshorizont zu penetrieren. Erst als ein kritischer Druck erreicht ist, wird die Signalisierung aktiviert, dass regulierend eingegriffen werden sollte.

Was macht also unser beliebter Maskierter, der immerhin ein Mann ist und dem Motto „Immer raus damit, was keine Miete zahlt!“ folgt? Na, er sitzt ja in seinem Einzelbüro, die Türe ist geschlossen und zur Stunde ist auch kaum noch jemand im Haus. Also stellt er das Regulierungsventil der Steuergruppe AN/US auf Durchlass bis der Druck auf einem akzeptablen Niveau angekommen ist.

Soweit, so gewöhnlich, wäre nicht just in diesem Moment die Bürotür ohne Anklopfen aufgerissen worden. Komplizierte atmosphärische Druckregelmechanismen führten dazu, dass der Azubi im ersten Lehrjahr, der sich diese Dreistigkeit erlaubte, sofort in einer Wolke nicht gerade angenehm riechender Luft stand. Die Erkenntnis, dass das Betreten eines Büros, ohne vorher anzuklopfen – und somit rumfurzenden Maskierten die Chance zu rauben, vorher das Fenster sperrangelweit aufzureißen – weder von guten Manieren zeugt, noch der eigenen Gesundheit zuträglich ist, ja im wahrsten Sinne des Wortes reichlich beschissen enden kann, konnte anschließend schön an der Mimik verfolgt werden, als die Sensoren in seinem Riechorgan ihre Meldung machten.

Ohne ein Wort zu sagen, verließ er meine geheiligten Räumlichkeit, schloss dabei – im Gegensatz zu seinem Eintreten – behutsam die Tür und hinterließ mich peinlich berührt.

Fortan geschah es jedoch nicht mehr, dass ein Azubi, ohne herein gebeten zu werden, die Tür meines Büros öffnete.

Da sag mal einer, ein ordentlicher Anschiss funktioniere nicht auch non-verbal.

Kommentare
  1. stefangrenz sagt:

    *bwahaha* ich schmeiss mich weg! Zu geil, besonders der letzte Satz. *tränewegwisch*

    Und ich bin jetzt in der peinlichen Situation, meinen Kollegen im Großraumbüro zu erklären, warum ich mitten in der Arbeit so schallend lache. Auf einem Montag…^^

  2. Sash sagt:

    Das wäre ein guter Punkt, ein ernst gemeintes „lol“ anzubringen! :D
    Im Übrigen danke ich für die liebenswerte Veröffentlichungszeit. Ich war dummerweise ausgerechnet heute schon im Bett aber ich rechne es dir hoch an!

  3. @stefangrenz

    Es fällt mir jetzt schwer, mich dafür zu schämen, dass du dich wegen mir in einer peinlichen Situation befindest.

    @Sash

    Macht nix, der nächste Artikel kommt bestimmt.

  4. @Maskierter

    *loooooooooooooooooool* *wieher vor lachen* *unter den tisch fall vor lachen* *nach luft japs*

    Du hast mir den Tag gerettet.

    VhG

    Andrea

  5. „Soweit, so gewöhnlich, wäre nicht just in diesem Moment die Bürotür ohne Anklopfen aufgerissen worden. Komplizierte atmosphärische Druckregelmechanismen führten dazu, dass der Azubi im ersten Lehrjahr, der sich diese Dreistigkeit erlaubte, sofort in einer Wolke nicht gerade angenehm riechender Luft stand. Die Erkenntnis, dass das Betreten eines Büros, ohne vorher anzuklopfen – und somit rumfurzenden Maskierten die Chance zu rauben, vorher das Fenster sperrangelweit aufzureißen – weder von guten Manieren zeugt, noch der eigenen Gesundheit zuträglich ist, ja im wahrsten Sinne des Wortes reichlich beschissen enden kann, konnte anschließend schön an der Mimik verfolgt werden, als die Sensoren in seinem Riechorgan ihre Meldung machten.

    Ohne ein Wort zu sagen, verließ er meine geheiligten Räumlichkeit, schloss dabei – im Gegensatz zu seinem Eintreten – behutsam die Tür und hinterließ mich peinlich berührt.

    Fortan geschah es jedoch nicht mehr, dass ein Azubi, ohne herein gebeten zu werden, die Tür meines Büros öffnete.

    Da sag mal einer, ein ordentlicher Anschiss funktioniere nicht auch non-verbal.

    *looooooooooooooooooooooooooool* *fast erstick vor lachen*

    *nach luft japs* *prust * *keuch*

    „Lachen ist gesund, meine Kleine – totgelacht hat sich noch keine.“ (Quelle:unbekannt).

    VhG

    Andrea

    P.S.Ich weiß schon, warum ich Sauerkraut nur ungern esse.

    P.P.S. Der nicht-verbale Austausch von körpereigenen Düften funktioniert auch mit Kartoffeln (Erdäpfeln). ; )

  6. @rosenyland1984

    Sauerkraut ist gesund und lecker. Und man kann danach einen ganz tollen Zaubertrick: Man kann machen, dass die Luft stinkt. :D

  7. stefangrenz sagt:

    Igittibah, Sauerkraut ist nicht wirklich lecker…aber das ist mein verquerer Geschmack…^^

    Wie es der Zufall gestern wollte, saß ich in unserem Großraumbüro in meiner Ecke ganz alleine. Die Kollegin gegenüber verschwand, die anderen in meiner Nähe sind im Urlaub und unter der Bauchdecke machte sich ein Überdruck bemerkbar, der an der schwächsten Stelle um Austritt bettelte. Nun wäre das eigentliche Prozedere, den Raum zu verlassen. Aber ein kurzer Blick über den Monitor, um zu versichern, dass die Kollegin wirklich weg ist und nicht mit dem Kopf auf der Tischplatte rastet…hmmm, da könnte man doch perfekt weiterarbeiten, wenn man jetzt….ahhh herrlich.
    Just in diesem Moment kommt der Geschäftsführer unseres Bereichs hineingepoltert, stürmt um meinen Schreibtisch herum um mir einen Bericht vorzulegen, den ich gerade abgegeben hatte und an dem Bericht was zu bemängeln hatte. Und man sah genau an seinem Gesicht, dass hier etwas nicht stimmt. Und man sah genau an meinem Gesicht, dass ich dafür verantwortlich war. Verdammtes schlechtes Gewissen…

    Memo an mich: Höre nie wieder auf Deinen zur Bequemlichkeit neigenden inneren Schweinehund!

  8. @stefangrenz

    *looooooooooool* – – – – Doch wie hast du es dann geschafft, das Phänomen auch ohne Sauerkraut herbeizu“zaubern“ ? – Mit Kartoffeln ? ;)

    Wie hat es Martin Luther einst so treffend formuliert: „Warum rülpset und **** ihr nicht ? Hat es euch nicht geschmeckt ? “ ;) ;) ;)

    Den innernen Schweinehund kenn‘ ich gut – der ist ein „gerngesehener“ Gast bei mir.

    VhG

    Andrea

  9. stefangrenz sagt:

    @rosenyland1984:
    Ich fürchte, in meinem Fall waren die Zwiebeln im Salat Auslöser meiner Misere…^^

  10. @stefangrenz

    Völlig falsche Reaktion. Souveränes Gesicht und die Frage, ob dein Geschäftsführer ausgegast hat. :D

    @roensyland1984

    Das heißt „Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmecket?“. Hier wird nicht zensiert. Auch keine Selbstzensur. :)

  11. stefangrenz sagt:

    @Maskierter: Ich möchte nicht wissen, wie Du reagiert hättest, wenn Dein Azubi Dich das gefragt hätte…Moment, Du hast ja ausgegast!

  12. @stefangrenz

    Richtig. Und wenn der Gemeckert hätte, hätte es den Satz: „Ich Chef, du Nix!“ oder „Lehrjahre sind keine Herrenjahre!“ gebracht.

    Wäre er der Ausgasende gewesen, hätte ich ihm die Anweisung gegeben, sich auf den Komposter zu legen und dort fröhlich weiterzufaulen. :D

  13. stefangrenz sagt:

    Siehste! Und so oder so ähnlich hätte dann auch mein GF reagiert.^^

  14. @stefangrenz

    Und womit? Mit Recht!

  15. @Stefan

    Zwiebel – o weiah, das ist ja fast noch schlimmer als Sauerkraut. ;)

    @Der-Maskierte

    Aus deiner Sicht betrachtet, passt das haargenau: „Ich Chef – du nix.“ ;)

    Den Konter mit dem Komposter finde ich lustig.

    Ja, das mit dem korrekten zitieren muss sein. Das hab‘ ich in x. Semestern des Studiums gelernt.

    Eine Gute Nacht wünscht dir herzlichst

    Andrea

  16. Missy sagt:

    Lach!!!!

    DAS hat mir nun den Tag gerettet!

    Vielen Dank, alleine die Vorstellung des Ganzen und das gekrönt mit dem letzten Satz!

    Ich verneige mich…. (Allerdings nicht zu tief… Oder steigt Gas eh nach oben???? )

  17. @Missy

    Das Gas verteilt sich im kompletten Raum, da ist die Körperhaltung egal. ;)

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