Was für ein Tag

Veröffentlicht: Donnerstag, 27.10.2011 in Erlebnisse

Manchmal gibt es so Tage, da frage ich mich echt, was ich verbrochen habe und vor allem, was die Leute sich morgens in die Milch kippen. Heute war einer dieser Tage.

Es fing ganz unschuldig gestern Abend damit an, dass ich Besuch in meiner Küche hatte. Nachdem die Zunge zu schwer zum Reden wurde, kehrte ich den Unrat von Schnorrern vor die Tür und begab mich in mein Bett. Viel zu früh wachte ich auf, wie das eben so ist, wenn man ein schweres Schleudertrauma durch die heftige Kollision mit mehreren Flaschen Rotwein erlitten hat; man kann nicht mehr schlafen, obwohl man es dringend möchte.

Da der Tag also schon verkorkst anfing, schleppte ich die rampunierten Überreste meiner Selbst in die geheiligten Hallen meines Brötchensponsors und war somit überpünktlich um 8 Uhr im Büro. Zur Begrüßung fand ich dann auch gleich eine Mail meines Kollegen vor, dass dieser aufgrund schwerer Erkrankung heute den ganzen Tag auf seiner Frau liegen muss – oder so ähnlich – und ich daher alleine die Kunden und Vertriebler verarzten darf. Na super, das kann ja nur eiter heiter werden.

Und heiter wurde es. Das Telefon stand nicht still und eine Katastrophe auf Kundenseite jagte die nächste, während meine Vertriebler ständig in der Tür standen und sich von mir diverse Datenblätter vorlesen lassen wollten oder ich einen ihrer Kunden zurückrufen sollte, weil er noch technische Fragen, die wieder im Datenblatt zu finden wären, vor dem Produktkauf erläutert haben möchte. So wäre ich mit dem Headset auf dem Kopf und offenem Mund wahrscheinlich auch verhungert, wenn nicht ein Azubi mir dankenswerterweise ohne Rückfrage meine Standardbestellung bei einem amerikanischen Feinkostladen zwischendurch hereingereicht hätte. Wie ich es schaffte den Burger während einer weiteren Remotesupportsession, während ich mit dem Kunden telefonierte und dabei konstant redete, zu essen, ohne dass dieser was merkte beziehungsweise sich anmerken ließ, bleibt mir in der Retrospektive verschlossen.

Auf jeden Fall ging das ganze Spektakel weit über meinen regulären Feierabend hinaus bis eben. Nach so Tagen brauch ich erstmal ein gutes Glas Traubensaft.

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Kommentare
  1. mm. sagt:

    Klingt wirklich nach einem maximiert suboptimalen Tag…
    Ich wünsch Dir einen arbeitsärmeren Freitag! :)

  2. @mm.

    Er fängt schon wieder so an wie der gestrige. :(

    Aber wenigstens ist danach langes Wochenende angesagt. :)

  3. @Maskierter

    Positiv denken, das lange Wochenende steht vor der Türe.

    @mm.

    Wer sagt denn, dass die Geschichte tatsächlich gestern passiert ist ? ;) Sie kann ja auch vor einigen Tagen/Wochen/Monaten passiert sein und der Maskierte hat sie lediglich gestern gepostet.

    VhG

    Andrea

  4. @rosenyland1984

    Ausnahmsweise war die Geschichte gestern tatsächlich so passiert. Inkl. Kater und verpasster Mittagspause, aber Retter-in-der-Not-Azubi.

  5. Der Tag war ebenfalls eine Katastrophe. Aber jetzt ist langes Wochenende angesagt!

  6. mm. sagt:

    Na dann schönes und entspanntes Wochenende!!

  7. @mm.

    Danke gleichfalls.

  8. @Maskierter

    Wovon bzw. wovor hat dich der Azubi gerettet ? – Davor in Trübsinn zu versinken ?

    Oder davor, dass du deine Körperausdünstungen im Großraumbüro ausbreitest ? ;)

    Mittagspause – was ist das ? Kann man das essen ? ;)

    VhG

    Andrea

  9. @rosenyland1984

    Vor einem grausamen Hungertod, hat mich der Azubi bewahrt.

    Und Mittagspause ist etwas, was man sehr zu schätzen lernt, wenn man die geheiligten Bänke der Universität gegen gut gepolsterte Bürostühle eingetauscht hat.

  10. @Maskierter

    Alles klar. – Danke für die Info. *freu*

    Ja dazu sind doch Azubis da, die „Chefs“ bzw. Höher-Rangige mit Brötchen etc. zu versorgen.

    VhG

    Andrea

  11. P.S. Bei meinem Satz betreffend der Azubis fehlt der (;) am Ende.