Gute und schlechte Azubis – oder wie man sich irren kann

Veröffentlicht: Sonntag, 01.01.2012 in Kollegen

Mein Häuptling ist ja der Auffassung, dass es keine dumme Idee ist, für seinen eigenen Nachwuchs zu sorgen. So kam es, dass ich mir bisher jedes Jahr einen jungen Menschen aussuchen durfte, der auf Kosten meiner Nerven innerhalb von drei Jahren zum Kaffeekocher für IT-Betriebe ausgebildet wurde. Damit war stets sichergestellt, dass wir der natürlichen Fluktuation in der Belegschaft problemlos begegnen konnten und gleichzeitig auch dem Unternehmenswachstum gewappnet waren. Und ich konnte mir immer sicher sein, dass meine Kollegen genießbaren Kaffee produzieren können.

Über die Jahre entwickelte man da ein Gespür für ungeschliffene Rohdiamanten und ich konnte mich bisher rühmen, dass meine Auswahl einen zumindest brauchbaren Kollegen hervorbrachte. Jedoch kam es aus verschiedenen Gründen, dass mein Stammesführer und ich beschlossen, das folgende Ausbildungsjahr zwei neue Nasen aufzunehmen. Tat ich es mir bereits bei einer Stelle schwer, den geeigneten Kandidaten zu finden, sollte es dieses mal um ein Vielfaches schwerer werden. So sichtete ich Bewerbungsmappe um Bewerbungsmappe bis ich am Schluss eine Hand voll Bewerber hatte, die ich zum Vorstellungsgespräch einlud.

Die erste Mappe, für deren Bewerber ich mich entschied war die von Frederik Leißig. Dieser hatte es nach einem halbwegs brauchbaren Abi geschafft, den damals noch bestehenden Bürgerpflichten an Waffe oder Bettpfanne zu entgehen, und sich nach einem kurzen Gastspiel an der Uni für den praxisorientierten Weg umentschieden.

Kurz darauf blieb ich dann an der Mappe einer Empfehlung einer informationstechnischen Berufsfachschule hängen mit der wir lose kooperierten. In dieser Mappe präsentierte sich Viktor Erpeil von seiner besten Seite. Ausgezeichnete Noten, Teilnahme an einer sehr interessanten Arbeitsgemeinschaft der Schule und überhaupt machte das Bild, das die Unterlagen mir zeichneten, einen sehr guten Eindruck. Viktor hatte gerade seinen Zivildienst hinter sich gebracht und der Lehrer der Fachschule, der uns diesen jungen Mann empfohl, war in seinem Schreiben auch voller Lobesworte.

Es kam der Tag des Vorstellungsgesprächs. Die eingeladenen jungen Männer wurden von unserer Rezeptionistin in Empfang genommen und erstmal mit Kaffee, Erfrischungsgetränken und Keksen im Wartebereich versorgt. Anschließend wurden die Bewerber gesammelt von unserer liebreizenden Sabine Feger in den großen Konferenzraum gebracht.

Die ganze Zeit hielt ich mich in der Nähe der Gruppe zusammen mit dem Häuptling auf, um die Kandidaten zu beobachten und einen ersten Eindruck von ihnen zu gewinnen. Viktor ging freundlich und offen auf seine Leidensgenossen zu, während Frederik zusammen mit seiner Mutter gekommen war und sich mit dieser unterhielt. Man merkte Frederik an, dass er den Anzug, den er trug, nur mit größter Abneigung aufgetragen hatte und sich äußerst unsicher fühlte, während Viktor in ordentlichem Hemd mit Jeans einen gepflegten, nicht zu légèren, selbstsicheren und natürlichen Eindruck hinterließ.

Als wir zum Konferenzraum aufbrachen, musste Frederiks Mutter derweil in unserem Wartebereich zurückbleiben, da der nun folgende Teil ein kleiner Test sein sollte. Der Häuptling und ich standen an der offenen Tür zum Konferenzzimmer und Sabine begrüßte die Gruppe nochmal als Ganzes:

Einen guten Tag und willkommen bei der Brötchensponsor GmbH. Mein Name ist Sabine Feger und ich begleite Sie durch den ersten Teil des Vorstellungstermins. Wie Sie sehen haben wir Ihnen Plätze zugeordnet, auf denen Sie bitte Platz nehmen. Bitte öffnen Sie die vor Ihnen liegenden Umschläge erst, wenn ich Sie dazu auffordere. Darin finden Sie zwei Blätter, beschriftet mit „Test 1“ und „Test 2“. Dies sind zwei kleine, nicht sehr schwere Tests, die wir zuerst mit Ihnen durchführen möchten. Folgen Sie den Anweisungen der Tests bitte ganz genau. Sie haben für den ersten Test 5 Minuten Zeit. Wer vorzeitig fertig ist, den bitte ich den Test bei der Aufsicht abzugeben und dann den Raum leise zu verlassen. Meine Kollegen hier werden Sie beaufsichtigen, ich warte vor der Tür auf Sie. Bitte entnehmen Sie jetzt den Umschlägen „Test 1“, die Zeit läuft ab jetzt.

Bei den Worten „meine Kollegen“ betraten der Häuptling und ich den Konferenzraum, nickten den Anwesenden freundlich zu und nahmen am anderen Ende des langen Tischs Platz, so dass wir etwas Abstand zu den Bewerbern hatten, während diese hauptsächlich um das gegenüberliegende Ende herum saßen. An unseren Plätzen lagen bereits der Sitzplan der Kandidaten und unsere Bewertungsbögen, auf denen wir Notizen zu den Kandidaten über Beobachtungen machten, die wir bereits im Empfangsbereich gesammelt hatten und noch sammeln würden. Ich schenkte  unserer Bürofee noch ein Lächeln, als sie nach ihrer Einweisung den Raum verließ und die Tür hinter sich schloss. Dann waren die Bewerber sich und ihrem Test überlassen, während unsere Stoppuhr lief, die wir bei der Aufforderung Sabines gestartet hatten.

Der „Test 1“ war betitelt mit „Können Sie Anweisungen folgen?“:

    1. Lesen Sie alle Punkte durch, bevor Sie etwas tun.
    2. Schreiben Sie Ihren Namen in die rechte obere Ecke dieses Blattes.
    3. Machen Sie einen Kreis um das Wort „Namen“ in Satz 2.
    4. Zeichnen Sie 5 kleine Quadrate in die linke obere Ecke des Blattes.
    5. Machen Sie ein x in jedes in Satz 4 genannte Quadrat.
    6. Machen Sie um jedes Quadrat einen Kreis.
    7. Schreiben Sie Ihren Namen unter die Überschrift dieses Blattes.
    8. Hinter die Überschrift schreiben Sie „ja, ja, ja“.
    9. Machen Sie einen Kreis um die Sätze 7 und 8.
    10. Zeichnen Sie ein x in die linke Ecke des Blattes.
    11. Um dieses x zeichnen Sie nun ein Dreieck.
    12. Rechnen Sie auf der Rückseite aus: 30 x 70.
    13. Machen Sie einen Kreis um das Wort „Blattes“ in Satz 4.
    14. Sind Sie soweit gekommen in diesem Test, rufen Sie bitte Ihren Vornamen laut aus.
    15. Wenn Sie glauben, dass Sie bisher alle Angaben genau befolgt haben, dann rufen Sie bitte laus aus: „Ich habe die Anweisungen genau befolgt!“
    16. Rechnen Sie auf der Rückseite aus: 107 x 278.
    17. Machen Sie einen Kreis um das Ergebnis der Aufgabe von Punkt 16.
    18. Mit normaler Sprechstimme zählen Sie nun bitte von 1 bis 10.
    19. Machen Sie bitte drei kleine Löcher mit dem Schreibstift in das Blatt, hier:
    20. Sind Sie im Test als Erste(r) soweit, rufen Sie bitte aus: „Ich bin Erster(r) im Test!“
    21. Nachdem Sie nun alles aufmerksam gelesen haben, machen Sie bitte nur, was in den Sätzen 1 und 2 verlangt wird. Geben Sie dann den Test bei der Aufsicht ab und verlassen leise den Raum.

Ein simpler Test, an dem aber schon viele gescheitert waren. Viktor folgte ihm präzise, gab ihn nach einer knappen Minute bei uns ab und verließ den Raum. Frederik hingegen kam bis zu dem Punkt, wo er laut seinen Vornamen ausrufen sollte, ehe ich den Verbliebenen kurz danach mitteilte, dass die Zeit um sei und sie ihre Tests bitte bei uns abgeben sollen und dann alle den Raum verlassen.

Die Delinquenten taten wie ihnen geheißen und der Häuptling und ich besprachen unsere Notizen, die wir während des Tests gemacht hatten. Danach gab ich Sabine ein Zeichen, die vor der Tür mit den Jungs wartete und diese kam mit ihnen wieder rein. Alle setzten sich zurück auf ihre Plätze und Sabine stellte sich vorne hin und gab erneut Anweisung:

Als nächstes folgt ein kleiner Englischtest. Es geht in dem Test nicht darum, dass Sie perfekt Englisch können müssen, sondern dass Sie ausreichende Kenntnisse haben, um technische Texte in Englisch zu verstehen oder einen Sachverhalt auf Englisch wiedergeben können. Sie haben 20 Minuten dafür Zeit. Wenn Sie vorzeitig fertig werden, bleiben Sie bitte im Raum, geben Ihren Text aber bitte bei meinen Kollegen zur Korrektur ab.

Sabine verließ wieder den Raum und die Truppe legte los. Sie mussten zwei kleine Texte – technische Dokumentationen – einmal vom Deutschen ins Englische und den anderen vom Englischen ins Deutsche übersetzen. Die 20 Minuten waren dabei von mir über die Jahre als gute Zeit bemessen worden, in der ein durchschnittlicher Kandidat dies schaffen konnte, wenn er zügig arbeitete und sich nicht lange dran aufhielt, wenn er eine Vokabel nicht wusste, sondern diese stattdessen umschrieb, wie es auch in den Tipps zur Aufgabe auf dem Blatt stand.

So kam es, dass nur Frederik als Einziger zwei Minuten vor Schluss abgab. Ich bat die Kandidaten nach 20 Minuten den letzten Satz fertig zu schreiben und uns dann die Blätter zu geben. Zwischenzeitlich kam Sabine mit Geschirr, Kaffeekannen und Erfrischungsgetränken in den Raum, die sie vor dem Häuptling und mir aufbaute. Dann verließ sie wieder den Raum, sehr zu meinem Bedauern. Aber so war es abgesprochen. Nach dem Ende der Zeit betrat sie den Raum und brachte uns einen Stapel Mappen mit. In diesem Stapel verbargen sich die Bewerbungsunterlagen der Kandidaten und ein von mir zu jedem Kandidaten vorab schon angefertigter Stichwortzettel mit Punkten, auf die ich gerne zu sprechen kommen wollte. Ergänzt um die Notizen auf meinem Bewertungsbogen würde dies mir ein sehr gutes Bild von dem jungen Menschen liefern, der gerne unter meine Fittiche kommen wollte.

Nachdem unsere Augenweide die Unterlagen bei uns abgegeben hatte, baute sie sich wieder vorne auf.

Den ersten Teil hätten Sie geschafft. Meine Kollegen werden jetzt Ihren Englischtest auswerten. Sie haben nun erstmal mindestens 15 Minuten Zeit in der Sie sich die Beine vertreten können. Im Wartebereich ist ebenfalls ein kleines Buffet mit Schnittchen für Sie aufgebaut. Danach erfolgen die Einzelgespräche mit unserem Geschäftsführer Herr Häuptling und Ausbildungsleiter Herr Der Maskierte. Bitte begleiten Sie mich jetzt in den Wartebereich.

Die Gruppe erhob sich und ich schaute der bezaubernden Heckansicht unserer Bürodame hinterher. Danach korrigierten wir schnell die Englischstests, besprachen noch kurz unsere Beobachtungen, machten unsere Notizen und schon waren 15 Minuten rum. Ich rief an der Rezeption an und gab Bescheid, dass wir nun soweit wären, den ersten Kandidaten zu empfangen. Wir hatten bereits zu Beginn der Veranstaltung eine Reihenfolge festgelegt, in der wir die Kandidaten interviewen wollten. Ich holte noch die Unterlagen des aktuellen Probanten hervor, goss mir Kaffee in die Tasse, nahm noch einen tiefen Schluck und da betrat er auch schon den Raum im Geleit von Sabine.

Der Blick der jungen Menschen, wenn sie uns da sitzen sehen und kapieren, wer sie die ganze Zeit beobachtet hat, ist immer wieder herzergreifend. Sabine setzte uns den jungen Mann gegenüber hin. Zuerst der Häuptling und dann ich stellten uns einer nach dem anderen vor und damit begann ein eingeübtes Prozedere.

Der Häuptling bedankte sich zuerst für die Zeit, die sich der Kandidat für uns genommen hatte, bot nochmals Kaffee und Erfrischungsgetränke an, und fragte dann, was der junge Mann bisher von seinem Unternehmen gehört hätte und wie er auf es gestoßen sei. Nach den üblichen Antworten des Bewerbers beginnt dann der Häuptling die Geschichte zu erzählen, wie er aus seinem eigenen Schweiß und Tränen dieses Unternehmen aufgebaut hat und beschreibt genauer was wir im Unternehmen so tun. Dann klärte er über die Aufgaben meiner Abteilung auf und ich hakte ein und erläuterte, welche Aufgaben in meiner Abteilung für Azubis anfallen und wie die Ausbildung gestaltet wird. Dann fragte  ich den Delinquenten, wie er das bisherige Bewerbungsverfahren empfunden hätte und erklärte nach seiner Antwort die Hintergründe unseres Vorgehens.

Wir stellten uns bewusst zuerst nicht vor, damit die Kandidaten, die durch die Bank weg alle sehr nervös waren, nicht noch nervöser wurden und wir einen möglichst ungefilterten ersten Eindruck von ihnen bekamen. Die Tests dienten dann dazu, um die Aufmerksamkeit der Aspiranten zu prüfen und herauszufinden, ob sie ausreichend gut Englisch beherrschten, um die Anforderungen bei uns bestehen zu können. Dann besprachen wir als erstes den Englischtest, der meist unkritisch ist und wenn ein bisschen Nachholbedarf besteht, kläre ich darüber auf, dass an der Schule ein Englisch-Zusatzkurs angeboten wird, den der Kandidat im Falle des Entscheids für ihn besser belegen sollte, was in diesem Fall auch so war. Anschließend kamen wir auf den ersten Test zu sprechen, den nur wenige Anwärter erfolgreich bestanden. Ich klärte den Kandidaten dann auf, wie wichtig es sei präzise und genau zu lesen und zuzuhören, da solche Details den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen können und dann arbeitete ich die Fragen ab, die sich aus meinen Notizen ergaben.

So hatte der Kandidat gegen Ende einen Leistungsabfall in der Schule zu verzeichnen und ich wollte wissen, was der Grund dafür war. Er klärte mich drüber auf, dass es einen Todesfall in seiner Familie gab und ich merkte, dass er mich nicht anlog. Nachdem der Häuptling und ich unser Beileid ausgedrückt hatten, äußerte ich mein volles Verständnis für die abfallenden Noten nach diesem Fall. Er hätte auch sagen können, dass er am Schluss etwas faul, überarbeitet oder sonstwas gewesen wäre. Hauptsache ich hätte den Eindruck gehabt, er versucht sich nicht herauszureden, sondern geht mit solchen Dingen offen und ehrlich um, was für mich die elementare Grundlage einer jedweden Beziehung darstellt. So ging es dann mit meiner Listen von Fragen weiter. Ich beobachtete aufmerksam die Reaktionen meines Gegenübers, ob die Aussagen kongruent mit der Körpersprache waren. Der Häuptling warf auch hin und wieder etwas ein, was ihn interessierte oder sich aus dem Gespräch ergab, doch irgendwann waren wir mit dem Kandidaten durch. Da keine Rückfragen seinerseits bestanden, verabschiedeten wir ihn, versprachen eine zeitnahe Rückmeldung, jedoch frühestens in einer Woche und baten ihn, Sabine Bescheid zu sagen, sie möge uns in 5 Minuten den nächsten Kandidaten schicken.

Mein Häuptling und ich besprachen noch kurz das gerade gelaufene Interview, ergänzten unsere Bewertungsbögen und da stand auch schon unsere charmante Augenweide in Begleitung von Frederik und seiner Mutter in der Tür. Sabine platzierte die Beiden uns gegenüber und unser einstudiertes Spielchen begann. Frederik wirkte die ganze Zeit etwas linkisch und steif, was nicht zuletzt durch vermeintlich aufmunternde Sprüche seiner Mutter hervorgehoben wurde, die ihn nur noch mehr verunsicherten. Dennoch schafften wir es irgendwann das Eis halbwegs zu brechen und sowas wie einen Dialog zu entwickeln. In diesem setzte sich Frederik gegen die abwiegelnden Worte seiner Frau Mama durch und sagte offen und ehrlich, dass ihm das Studium zu theoretisch war und er lieber praktischer zugange wäre. Auch schaffte er es hin und wieder eine interessierte Rückfrage zu stellen, die einen hellen Geist erkennen ließ. Dass die Mutter es mit ihrem Schützling nur gut meinte, merkte man die ganze Zeit deutlich. Dennoch konnten ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie ihren Sohn gerade mehr behinderte als unterstützte. Mein Häuptling erkannte dies auch und versuchte die Mutter in ein Gespräch zu verwickeln, was schließlich auch gelang und ich konnte zuletzt ungestört mit Frederik reden. In dieser kurzen Zeit blühte er regelrecht auf, da er nicht mehr gegen sein Muttertier ankämpfen musste, die ständig in seine Reden fiel. Dabei erlangte ich von ihm den Eindruck, dass er noch sehr „verschult“ in seinem Verhalten war und sich daher nicht recht traute, auf eigenen Beinen zu stehen.

Als ich schließlich meine Fragen geklärt hatte und nicht mehr das Gefühl hatte, jetzt noch sehr viel Neues über diesen jungen Mann zu erfahren oder meinen Eindruck zu verbessern, reichte ich ihm die Hand und verabschiedete ihn. „Oh, Sie sind schon fertig?“, warf seine Mutter überrascht ein, was ich ihr bestätigte. Ich verabschiedete sie mit den Worten:

Es ist schön zu sehen, dass es noch Eltern gibt, die ihre Kinder unterstützen wie sie nur können.

Da sagen Sie was. Aber mein Kleiner ist ja noch so jung, dem muss man ja auch noch so viel zeigen.

Ich sah das Zucken der Mundwinkel meines Häuptlings in den Augenwinkel und ich biss mir kräftig auf die Zunge. Der Häuptling gab ebenfalls seine Empfehlung ab und die Beiden verließen den Raum. Nachdem sie die Tür geschlossen hatten und sie außer Sichtweite waren, platzte es aus meinem Obersten heraus:

Meine Güte, was für eine Glucke! Die traut ihrem Junior ja gar nichts zu, dabei scheint der mir was auf dem Kasten zu haben. Welchen Eindruck hattest du, als du mal ungestört mit ihm reden konntest?

Wie du schon sagtest, er scheint sehr intelligent und war sehr aufmerksam, aber eben auch noch total unsicher. Kein Wunder, wenn die ihm nix zutraut und ihn ständig bevormundet.

Es folgte der nächste Kandidat, der jedoch nicht groß aus der Reihe tanzte und somit sehr schnell den Platz für seinen Nachfolger frei machte. Dieser junge Mann sah auf dem Papier sehr vielversprechend aus, besuchte gerade dieselbe berufsbildende Schule, die Viktor abgeschlossen hatte und nahm dort ebenfalls an einer sehr interessanten Arbeitsgemeinschaft zum Thema Robotik teil, mit der sie sogar einen Preis gewonnen hatten. So fragte ich natürlich, welche Aufgaben er  innerhalb dieser AG wahrnahm und dass er ein wenig davon berichten solle, doch statt loszureden musste ich ihm alle Details aus der Nase ziehen. Ich gelangte zum Eindruck, dass er dort nur Mitläufer statt Täter war. Da ich auch nicht den Eindruck gewinnen konnte, dass dieser als Novize in unseren Reihen erfolgreich bestehen würde, da dies ein hohes Maß an selbstständiger Arbeit erforderte, geschweige denn überhaupt bereits geeignet wäre, im IT-Bereich derzeit ausgebildet zu werden, ließ ich ihm im Absageschreiben meine Empfehlung mitgeben, das Erweiterungsjahr in der Schule zu belegen.

Zu guter Letzt gab Viktor sein Debüt. Und dieses Debüt war eine wahre Freude. Viktor zeigte sich als offener, redseliger Mensch, der sich wissbegierig wie ein Schwamm gab und mit Inbrunst von einem Praktikum bei einem Softwarehaus berichtete, wo er sogar eine kleine Programmieraufgabe lösen durfte. Das ganze Gespräch verlief, wie wir es uns wünschten, als Dialog. Viktor stellte Fragen und erzählte, wenn ein Thema angeschnitten wurden, drauf los, was er in dem Bereich schon erlebt oder gelernt hatte. Er war dabei schlicht für alles zu begeistern und zeigte schon im Gespräch einen Eifer, dass er am liebsten gleich loslegen würde, statt noch lange hier zu sitzen und zu reden.

Wir hätten noch Stunden weiterreden können, aber mein Urteil stand ziemlich fest, dass Viktor ein ganz heißer Kandidat in unserem Casting war. So verabschiedeten wir uns von ihm, bedankten uns ausdrücklich für das schöne und angeregte Gespräch und als er gegangen war, äußerte ich nur:

Da ist alles gesagt worden, was es zu sagen gab. Jetzt müssen wir nur noch eine Nacht drüber schlafen, ob sich unsere Meinung morgen früh wider Erwarten ändert.

Mein Häuptling stimmte zu und wir verließen nach einem allgemeinen Plausch über die heutigen Kandidaten und noch ein wenig Lästerrei über Frederiks Glucke das Konferenzzimmer gen unserer Büros. Meine Azubis, die sich während der ganzen Veranstaltung stets auffällig unauffällig in der Nähe des Konferenzzimmers und des Wartebereichs herumgedrückt hatten, wollten wissen, wer denn jetzt die neuen Stifte im Bunde wurden, doch ich ließ sie mit einem generösen „Das werdet ihr noch rechtzeitig sehen, spätestens wenn sie hier anfangen.“ stehen.

Die Devise, man solle über wichtige Entscheidungen eine Nacht schlafen, gilt insbesondere auch für die Entscheidung, welcher der Probanten nun künftig unter meine Fittiche genommen werden würde. So sprach ich am nächsten Morgen nochmal mit dem Häuptling über seine Meinung und wir beide waren felsenfest überzeugt, dass Viktor unser Traumkandidat sei. Bei Nummer zwei war ich etwas unsicher und tendierte eher zu einem anderen Bewerber, entschied mich dann aber aus einem Bauchgefühl heraus für Frederik. Außerdem hatte ich schon ganz anderes Material zu echten Männern verwandelt. Der Häuptling tendierte zwar zu dem anderen Bewerber, den ich als erstes ins Auge gefasst hatte, vertraute jedoch meiner Entscheidung mit den Worten:

Das sind deine Quälgeister, also musst du es wissen.

Gegen Ende der Woche schnappte ich mir das Telefon und rief die beiden Anwärter an, um ihnen meine Entscheidung mitzuteilen und nachzufragen, ob weiterhin ihrerseits Interesse bestünde. Beide sagten zu und die Ausbildungsverträge gingen in die Post, kamen unterzeichnet zurück und ich würde in einigen Monaten zwei neue Auszubildende verarzten dürfen.

Der Tag kam und die Beiden traten ihren ersten Ausbildungstag an. Nach der obligatorischen Rundführung durchs Firmengebäude und der Vorstellung aller Kollegen, ging es an die Einrichtung ihrer künftigen Arbeitsplätze. Dabei bestätigte sich mein Eindruck, den ich bereits im Vorstellungsgespräch gewonnen hatte. Viktor war stets neugierig und aufgeschlossen, während Frederik sich etwas zurückhielt und linkisch wirkte, aber sich durchaus auch gewitzt zeigte.

Mit der Zeit taute dann Frederik immer mehr bei uns auf. Da meine Kollegen und ich ihn wie einen jungen Erwachsenen und nicht wie seine Mutter als unmündiges Kind behandelten, legte er von Tag zu Tag mehr von seinem unglaublichen Potential offen. Viktor hingegen, auf den ich eigentlich alle meine Aktien von Anfang an gesetzt hatte, wurde zunehmend schlechter. Zwar war er stets aufgeschlossen für alles Neue und wenn es drum ging mal anzupacken oder auch etwas länger zu bleiben, bot er sich stets freiwillig an, doch fehlte ihm die Fähigkeit sich auf eine Aufgabe zu fokussieren und diese tiefer zu durchdringen, geschweige denn zu konzentrieren.

So hatte ich den beiden Stiften von Anfang an mehrfach gepredigt, dass sie alles dokumentieren sollten, was sie taten. Insbesondere, wenn sie eine Aufgabe für einen Kollegen übernahmen. Es kam der Tag, da bekam Viktor die Aufgabe, ein Demosystem für eine Kundenpräsentation eines Kollegen aufzusetzen. Viktor tat wie ihm geheißen, setzte die virtuellen Maschinen auf, teilte mir noch mit, dass diese fertig waren, ging in den Feierabend und meldete sich am nächsten Tag krank. Mein Kollege, der sich auf Viktor verlassen hatte, benötigte jedoch die Maschinen an eben jenem Tag und fragte mich, ob ich wüsste, wo die VMs lagen und wie die Passwörter lauteten. Ich konnte ihm leider nur sagen, dass sie fertig seien und das war es auch schon. Da die VMs nicht im Netzwerk an der dafür vorgesehenen Stelle lagen, was ich Viktor mindestens drölfzig Mal erklärt hatte, durchsuchten wir seinen Rechner und fanden sie. Die Passwörter jedoch entsprachen nicht den firmeninternen Vorgaben für Standardpasswörter in Testumgebungen, die ich ebenfalls breits drölfzig Mal dem Delinquenten erklärt hatte, und eine Dokumentation fand sich auch nirgends. Auch jeglicher Kontaktversuch mit Viktor scheiterte. Weder auf Handy, Festnetz noch E-Mail reagierte er, so dass ich, um die Präsentation meines Kollegen zu retten, in aller Eile die Demoumgebung neu aufsetzte. Als sich am Abend der kränkelnde Stift telefonisch meldete, er hatte den ganzen Tag aufgrund einer Erkältung geschlafen und war noch nichtmal beim Arzt gewesen, teilte ich ihm nur mit, dass er sich, sobald er wieder gesund sei, morgens direkt in meinem Büro einzufinden hätte und er bitte einen gelben Zettel mitbringen solle. Viktor, in Unkenntnis über die arbeitsrechtlichen Bedingungen, die er auch mit seinem Ausbildungsvertrag unterschrieben hatte, war irritiert und meinte, er müsse erst am dritten Tag seiner Erkrankung eine ärztliche Krankschreibung mitbringen. Ich empfahl ihm nochmals einen Blick in seinen Ausbildungsvertrag und beendete das Gespräch.

Am nächsten Tag trudelte er verspätet bei mir ein, weil er noch zuvor beim Arzt einen Krankenschein erbetteln musste. Augenscheinlich war er leicht erkältet und bei aller Rücksichtnahme und Verständnis, sich deswegen krank zu melden war schon eine Dreistheit sondergleichen. Den eigentlichen Einlauf gab es aber dafür, dass er trotz mehrfacher Ermahnung, sich weder an Vorgaben gehalten hatte, noch seine Sonderwege dokumentierte. Ich rechnete ihm dann vor, wie viel es gekostet hat, dass ich dann seine Arbeit nochmal erledigen durfte, statt mich in der Zeit um meine eigentlichen Aufgaben zu kümmern, damit der Kollege sich auf den Termin vorbereiten konnte. Meine Strafpredigt schloss mit den Worten, dass er jetzt hoffentlich versteht, wie wichtig es ist, sich an Vereinbarungen und Vorgaben zu halten, wenn man mit mehreren Leuten zusammenarbeitet. Viktor versprach mir hoch und heilig, dass er sich künftig an die Vorgaben halten und darüber hinaus seine Arbeit dokumentieren würde.

Unnötig zu sagen, dass ein ähnliches Debakel keine drei Monate später wieder erfolgte. Viktor entwickelte sich zum Dauergast in meinem Büro, dabei bot ich ihm jede Hilfe an, die ich mir nur erdenken konnte, er lehnte diese stets ab, und die Gespräche waren auch allgemein von wenig Erfolg gekrönt. Stellte man ihm eine Aufgabe, konnte man sicher gehen, dass sobald er das nächste neue, interessante Thema hörte, sich sofort darauf stürzte und das alte darüber vergaß. Auch mehrere Gespräche gemeinsam mit dem Häuptling vermochten ihn nicht aufzuwecken bis zu guter Letzt eine Abmahnung geschrieben wurde. Die Mühe hätten wir uns ebenfalls sparen können. Wir schafften es schließlich, ihn mit knapper Not durch die Prüfungen zu prügeln, wobei im Grunde ich sein Abschlussprojekt durchgeführt habe und ihm fast die komplette Dokumentation schrieb, und er war sogar noch ganz verwundert, als er danach erfuhr, dass wir ihn nicht übernehmen werden. Überflüssig zu erwähnen, dass wir uns überhaupt wunderten, dass er die Prüfung geschafft hatte, wenn auch nur haarscharf. Ob mein Bekannter in der Prüfungskommission da seine Finger im Spiel hatte?

Frederik hingegen war nach kurzer Zeit nicht mehr wiederzuerkennen. Vom Matriarchart befreit, reifte er in seiner Persönlichkeit und wurde innerhalb kürzester Zeit der beste Azubi, den ich je hatte. Er rettete vermeintlich gestandenen Kollegen den Hintern, indem er ihre Schulungen hielt und fasste es fast als persönliche Beleidigung auf, wenn man am ihm eine Aufgabe erteilte, ihn dabei bat sie noch am selben Tag zu erledigen und am nächsten Tag dann nur die obligatorische Erfolgskontrolle durchführte. Dies ging soweit, dass ich ihn komplett alleine zu Kunden schickte, was üblicherweise ein Ding der Unmöglichkeit war, und wenn wir gemeinsam beim Kunden waren, ich mich gepflegt zurücklehnen konnte und er bereits drüber scherzte, dass ich sein Chauffeur wäre.

Seine Schulnoten waren darüber hinaus stets ausgezeichnet und der Deal, dass er für jede Eins abends mit mir auf meine Kosten einen Heben durfte, während wir bei einer Zwei oder schlechter den Spieß umdrehten, machte mich fast arm. Auf der anderen Seite war mein Spott, bei den wenigen Gelegenheiten, wo er bluten durfte, ihm auch ein riesen Ansporn, künftig wieder die Eins zu schaffen. Dass seine Abschlussprüfung die beste weit und breit sein würde, hätte ich damals im Traum nicht gedacht, als er mit seiner Mutter zum ersten Mal im Sichtfeld auftauchte und auch nicht, als ich mich für ihn entschied. Umso stolzer bin ich heute auf ihn, wenn ich den inzwischen nicht mehr ganz so jungen Mann sehe und wir in freundschaftlicher Runde ein goldenes Mineralwasser schlürfen.

Zwar habe ich mich nach diesen Beiden nie wieder derart in meinen Auszubildenden geirrt, aber sie werden auch immer die unerreichten Extrema ihrer Art bleiben. Und ein derart markantes Profil in meiner Erinnerung hat keiner ihrer anderen Kameraden hinterlassen.

Kommentare
  1. Karin sagt:

    Große Klasse!!!

  2. @Karin

    Danke, war auch einige Abende Arbeit das gute Stück.

  3. noxx sagt:

    Mal wieder eine schöne Geschichte.
    Allerdings verstehe ich nicht, wieso Frederiks Mutter beim Gespräch mit dabei war.
    Dass sie ihn zum Termin fährt und ggf. auch mit im Wartebereich Platz nimmt würde ich ja noch verstehen. Aber dass sie auch noch aktiv am Vorstellungsgespräch teilnimmt?! Ich hätte ihr den Zutritt verweigert. Schließlich geht es doch einzig und allein um den Bewerber.
    Wieso durfte sie dennoch mit rein?

  4. @noxx

    Es ging um Azubis, die potentiell minderjährig sind. Warum sollten wir das denn verweigern? Außerdem gab uns das einen guten Einblick in die Persönlichkeit.

  5. Interessanter Einblick hinter die „Kulissen“ – sozusagen – lieber Maskierter. – Wie ich deinen Beiträgen entnehmen kann, dürfte Frederik noch immer dein Azubi (A.v. D. ;) ) sein, richtig.

    Typen a la Viktor (?) kann ich nicht ausstehen. Hut ab, vor deinen Nerven und deiner Geduld.

    VhG

    Andrea

  6. P.S. Der Test mit den (vielen) Fragen und nur einer Antwort kommt mir doch sehr bekannt vor. ;) Habe ihn selbst schon mal bestanden – doch das ist schon einige Zeit her.

  7. @rosenyland1984

    Das Schlimme an Viktor ist, dass er ein äußerst sympathischer und hilfsbereiter Mensch ist. Egal was war, er war sich nie zu fein die Hände schmutzig zu machen und kräftig anzupacken, wenn es sein musste. Freiwillig. Okay, das gilt auch für Frederik, aber zumindest dem Wesenszug hat er es zu verdanken gehabt, dass ich ihn durchgeschleppt habe. Zumal du einen Azubi nicht so einfach kündigen kannst, wenn die Probezeit rum ist. Der hätte schon die Butze mutwillig abfackeln müssen und das hat er dann doch nicht getan.

  8. anna sagt:

    Du hast ja echt eine Engelsgeduld. Respekt.

  9. @anna

    Und ich frage mich ständig, wo die her kommt.

  10. wahlbremer sagt:

    Mir hat der Artikel auch gut gefallen! Finde ich gut, dass ihr Frederik eine Chance gegeben habt. Ihr wurdet ja nicht enttäuscht. Dass seine Mutter mit am Gespräch teilgenommen hat, fand ich allerdings auch merkwürdig. Bis zu deiner Geschichte wusste ich nicht mal, dass das „erlaubt“ ist, egal, ob der Bewerber minderjährig ist.

  11. @wahlbremer

    Kommt natürlich auf den Betrieb an. Mir war es recht und mein Häuptling hätte auch keine Einwände gehabt, wenn er alleine gewesen wäre. Anders sähe es natürlich aus, wenn es um eine normale Stelle gegangen wäre. Aber bei einem Bewerbungsgespräch um eine Ausbildungsstelle kann ich den Wunsch nach einem Beistand durchaus nachvollziehen. Wobei in dem Fall der Beistand wohl eher aufgedrängt wurde.

    Es ist auch eine eher einmalige Sache gewesen, die üblichen Bewerber wurden maximal von ihren Eltern gebracht und später abgeholt. Es war schon eher ungewöhnlich, dass diese dann vor Ort gewartet haben, was natürlich problemlos möglich gewesen wäre. Ich würde aber bei jedem anderen potentiellen Kandidaten wieder so entscheiden. Das familiäre Umfeld verrät viel über den Bewerber, in den wir ggf. viel Zeit und Geld investieren, um ihn zu einem fähigen Mitarbeiter heranzubilden, der dazu noch die Möglichkeit hat, danach woanders anzufangen. Da will man schon sehr sicher sein, dass man mit seiner Entscheidung keine Bauchlandung hinlegt.

  12. Andrea sagt:

    Tja, bezüglich Butze (Firma, Bude ? ) abfackeln und Azubi – vielleicht kommt ja eines Tages einer, der genau das tut. ;) ;) ;) ;)

    Heutzutage kann man(n)/frau ja nie wissen. ;)

    VhG

    Andrea

  13. @Andrea

    Dann muss ich mich aber schwer geirrt haben. Und bis auf Viktor habe ich noch keine absolute Platzpatrone erwischt. ;)

  14. Andrea sagt:

    Wer weiß, vielleicht handelt es sich bei Viktor in Wirklichkeit um eine Viktoria und bei Frederik um eine Friederike. ;)

    Alles ist möglich. ;)

    VhG

    Andrea

  15. Hesting sagt:

    Find ich gut, daß Du das hier aufgeschrieben hast.

  16. @Andrea

    In der IT sind Frauen fast so selten wie weiße Elefanten, Zumindest im technischen Bereich. Nein, es waren daher keine Frederike und keine Viktoria. ;)

    @Hesting

    Danke.

  17. medizynicus sagt:

    Also bei diesem ersten Intelligenztest habe ich schallend gelacht. Habt Ihr das wirklich genau so gemacht? Da gehört ja schon ein Stück Chuzpe dazu… ich glaube, ich hätte mich ziemlich verarscht gefühlt!
    Ansonsten… geniale Beschreibung! Und wirklich interessantes Setting… und dass der Eindruck bei einem Bewerbungsgespräch eben doch nur sehr eingeschränkt ist… naja, das haben wir ja alle schon gewusst, oder?
    Trifft natürlich auch in die andere Richtung zu: Manche Arbeitgeber haben es raus, im Vorstellungsgespräch die tollsten Versprechungen zu machen, und dann….. :-)

  18. @medizynicus

    Der Test hier ist natürlich eine Abwandlung vom Original, aber die Punkte haben exakt die gleiche Qualität. Und ja, die meisten Bewerber schaffen es nicht dem Test zu folgen und es geht genau um diesen Effekt. Viel wichtiger sind jedoch die Beobachtungen, die man während des Tests sammeln kann. Der Test wird auch ausdrücklich nur für Azubis angewendet.

    Was die andere Richtung der Gespräche angeht, wenn man selber gelegentlich auf der Seite des Arbeitgebers am Tisch sitzt, dann merkt man als Bewerber sofort, wie der Hase läuft. Ging mir ja vor kurzem so, als ich mir einen neuen Brötchensponsor gesucht habe. Da waren Nummern drunter, au weia. ;)

  19. Avarion sagt:

    So, nachdem ich die letzten 10 Seiten gelesen habe muss ich leider sagen, daß du einen neuen Stammleser hast.

    Diese Geschichte ist ein echtes Highlight. Sehr schön geschrieben. Danke dir.

  20. Avarion sagt:

    Kommentarbenachrichtigung aktiviert.

  21. @Avarion

    Das gibt mir jetzt aber wirklich zu knabbern und stürzt mich in eine tiefe Sinnkrise. :D Freut mich, dass es dir hier gefällt.

  22. […] beansprucht, kollidiert dieser Anspruch natürlich mit der verfügbaren Zeit. Der Beitrag „Gute und schlechte Azubis – oder wie man sich irren kann“ brauchte insgesamt 8 Stunden meiner Zeit, also 4 Abende, um schließlich so zu erscheinen, […]

  23. […] längere Ausführungen. So ein Eintrag wie “Gute und schlechte Azubis – oder wie man sich irren kann” wird normalerweise nicht an einem Tag fertig. Und da kann es auch mal passieren, dass der […]

  24. ynevawolf sagt:

    So – zweiter Versuch. Diesmal mit .txt-Datei. :x

    Den Aufmerksamkeitstest (Test 1) hatte ich als Beispiel eines Einstellungstests noch in der Schule, als wir „Richtig Bewerben“ in allen Fächern durch nahmen. Ich gehörte zu Denen, die ihn bestanden – allerdings habe ich eine Eigenart, die mir da zu Hilfe kam. Bei kurzen Texten lese ich nämlich immer den letzten Satz bzw Abschnitt. Ich hasse diese Eigenart (ich will nicht wissen wer der Mörder ist!), aber in dem Fall war es nützlich. ;D

    Was das Problem mit der Mama angeht: Meine Frau Erziehungsberechtigte alias Glucke kam vor meiner ersten Ausbildung Anno 2003 auch überall mit. Man muss dazu sagen, dass ich vom Charakter eher extrem introvertiert bin und des öfteren in Behandlung wegen diverser Angststörungen war, während meine Mutter das Selbstbewusstsein in Person ist und wahrscheinlich einen wütenden Grizzly in Grund und Boden brüllen könnte (mit Einbrechern, Dieben und Autoentführern schafft sie es nachweislich). Für die potentiellen Arbeitgebern ein schönes Bild, zumal ich dünn und klein bin und eher unauffällig begleitet rum laufe, während meine Mutter eine eher… nun… pompöse Gestalt hat und ich neben ihr nicht auffalle. (Ein Schelm wer eine Verbindung zwischen selbstbewusste Mutter und überängstliche Tochter sieht ;))
    Es ist also generell nicht verboten – nur ungeschickt. Im Endeffekt machte ich die Ausbildung bei einer privaten Schule, wo ein Elternteil zwecks Finanzierung eh mit dabei sein musste.

    Und bevor jemand fragt: fast 10 Jahre später sind meine Mutter und ich immer noch ein krasser Gegensatz – aber meine Bewerbungsgespräche führe ich inzwischen alleine. ;D

  25. @ynevawolf

    Ich bin ein Schelm, ich bin ein Schelm. :D Aber davon ab, das Bild, das du mir da beschreibst, kommt mir doch sehr ähnlich zu unserem guten Frederik vor.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s