Anspruchshaltung

Veröffentlicht: Donnerstag, 26.01.2012 in Dies, das und jenes

Dass ich das noch erleben darf!

Dieser Ausspruch kam mir, als ich eben den Kommentar der charmanten Andrea las:

[…] Es ist schon Mittwoch und ich hab’ seit einigen Tagen nichts neues von dir gelesen. :-(

Als ich vor über einem Jahr anfing, mir hier die Finger wund zu tippen *hust*, da hätte ich mir im Traum nicht denken lassen, dass ich so viele regelmäßig wiederkehrende Leser und Kommentatoren habe. Und nicht zuletzt Torstens freundlicher Hinweis an seine Leserschaft, scheint mir den ein oder anderen neuen Leser dieser Tage gebracht zu haben, wenn ich mal auf meine Statistik schiele. Eine derartige Explosion haben mir zuletzt der geschätzte Medizynicus und Sash verschafft. Ein Gruß an alle Leser, die über die zuvor genannten Drei bei mir hängen geblieben sind.

Jetzt ist es so, dass sich mit dem Erfolg – im Sinne von mehr und mehr wiederkehrenden Lesern – bei mir auch ein gewisser Ehrgeiz einstellt. Ich blogge nicht nur um des Bloggens willen, sondern eben um euch an den Dingen teilhaben zu lassen, die mir begegnen. Dabei möchte ich natürlich die bestmögliche Qualität erzielen, die mir möglich ist. Da meine Beiträge aber zum größten Teil aus Erlebnissen aus meiner Erwerbsarbeit resultieren und diese mehr oder minder auch den größten Teil meiner Zeit beansprucht, kollidiert dieser Anspruch natürlich mit der verfügbaren Zeit. Der Beitrag „Gute und schlechte Azubis – oder wie man sich irren kann“ brauchte insgesamt 8 Stunden meiner Zeit, also 4 Abende, um schließlich so zu erscheinen, wie ihr ihn lesen konntet. Dabei fehlt noch völlig die Zeit, die der gute Johannes – an dieser Stelle wieder mein riesen Dank für seine Mühen – in die Korrektur und Beantwortung meiner nörgelnden Fragen, wie er den gerade aktuellen Entwurf findet, investiert hat.

Das alles führt schließlich zu dem Problem, dass ich, wenn ich mal genug Zeit zum Schreiben habe, diese auch effektiv nutzen muss. Sprich, es wird ordentlich vorgeschrieben und dann später veröffentlicht. Doch irgendwann ist auch der größte Pool an vorgeschriebenen Beiträgen erschöpft und es lungern höchstens noch die Entwürfe mit ein paar Stichworten hier rum, die noch in Prosa gegossen werden müssen. Aus diesem Grund habe ich vor einiger Zeit den persönlichen Anspruch an mich gestellt: Bei Wind und Wetter, jeden Montag um 4 Uhr morgens ein neuer Eintrag. Dies erscheint mir ein vernünftiger und haltbarer Kompromiss.

In letzter Zeit war ich dann in der glücklichen Lage, zwischendurch mal ein klein wenig mehr zu schreiben – begünstigt durch ein paar freie Tage und im Urlaub befindliche Kunden – was meine Veröffentlichungsfrequenz natürlich hier erhöhte. Doch derzeit zieht es bei mir beruflich wieder an und ich benötige die spärliche Freizeit, um den Dingen zu fröhnen, die mir fast noch lieber als das Schreiben sind: Rotwein verkosten und Rinderherden dezimieren. Gerne auch zusammen mit dem Häuptling.

Und wie das so ist, so fleißig man im Vorfeld war und so viel man vorgeschrieben hat, in der Zeit, wo man keine Zeit hat zum Schreiben, da löst sich auch langsam die größte Reserve auf. An diesem Punkt befinde ich mich gerade. Darüber hinaus bin ich noch mit einem anderen, großen Schreibprojekt befasst, das ich allerdings nicht mit meinem Alter Ego Der Maskierte verknüpfen werde. Und da fließt auch ordentlich Zeit hinein, wenn ich mal Zeit dafür finde oder gerade Ideen habe.

So sehr ich euch also täglich etwas Neues aus meiner Feder präsentieren würde, ich schaffe es schlicht und ergreifend nicht. Dennoch mein Rat: Kommentiert, kommentiert und kommentiert noch mehr! Ich schaue mehrfach täglich, so es denn mir irgend möglich, hier rein und antworte – und verfasse auch, wo solch ein Kommentar einen Gedankenblitz auslöst, einen neuen Beitrag. Bereits mehr als eine Veröffentlichung hier entstand aufgrund eines Kommentars. Oder falls hier heiratswillige und vermögende junge Frauen mitlesen, die mir mehr Freizeit zum Schreiben verschaffen wollen, einfach melden. ;)

Habt also ein Nachsehen, wenn ich meinem selbst gestellten Anspruch nicht gerecht werden kann. Denn Qualität geht über Quantität. Es wird immer wieder Phasen geben, wo ich es schaffe, euch öfters mit neuen Werken zu beschenken, genauso wie es Phasen geben wird, wo ich einfach mal ein paar Wochen vielleicht gar nichts veröffentliche, weil meine Hauskakerlake gestorben ist oder ich in einem Kundenprojekt vergraben bin.

Viele Grüße
Euer Maskierter

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Kommentare
  1. LadySolana sagt:

    Oh Maskierter, heiratswillig, jung und dann noch vermögend?
    Du solltest als Mann doch wissen das das nicht in einer Frau vereinbar ist.
    Entweder heiratswillig, hübsch und jung oder eben vermögend.

  2. @LadySolana

    Darf man hier nicht mehr das gewünschte Optimum beschreiben? Natürlich bin ich Realist genug, um zu wissen, dass es höchst unwahrscheinlich ist. Die wichtigen Attribute sind heiratswillig und vermögend. Und das Vermögen gibt den Ausschlag über die restliche Gewichtung. :D

  3. Eardy sagt:

    Hallo Maskierter,

    ich bin auch einer der Leser, die über Torsten zu dir gefunden haben.
    Gleich dein erster Text hat dazu geführt das es dein Blog in meinen Feedreader geschafft hat.
    Ich finde deine art zu schreiben super und deine texte erinnern mich ein wenig an die B.o.f.H Geschichten, die du sicher auch kennst.

    Zur Zeit bin ich dabei alle deine Texte nach zu lesen und musste auch schon sehr oft laut Lachen, was grade im Zug auf dem Heimweg zu sehr verwunderten Blicken andere Fahrgäste führt.

    Gruß

    Ein neuer Fan Eardy

  4. TheD3X sagt:

    *wink* Noch ein TaxiBlog-leser hier!

    Abgesehen davon: Lass dir ruhig Zeit beim schreiben, meine Blogroll informiert mich ja, wenn du was neues hast. *grins*
    Lieber Qualität als Quantität.

    Grüße vom D3Xter

  5. @Eardy

    Wenn du im IT-Bereich unterwegs bist, wirst du zwangsläufig zum B.O.f.H. ;) Und wenn die Leute im Zug doof schauen, gib ihnen einfach meine URL, damit sie mitlachen können. Oder lies ihnen vor. :D

    @TheD3X

    Wie gesagt, Ehrgeiz und so. ;) Aber ja, die Zeit gönne ich mir natürlich, wenn ich sie benötige.

  6. LadySolana sagt:

    Ich kam über Sash´s Blog zu dir, dort bist du in den Kommentaren aufgefallen, erst danach fielst du mir auch in anderen Blogs auf.

    Heiratswillig und Vermögend, wenn sie nicht die selbe Nationalität haben muss gäbe es doch einige Angebote.
    Allerdings erfordern diese ein gewissen Umwerben über längere Zeit und ein Leben als „ModeAccessoire“.
    Glaub nicht das selbiges eine gute Alternative zum abendlichen Schreiben und dem Glas Rotwein ist.

  7. @LadySolana

    Ach, würde in meinem Pass die Nationalitäten aufgeführt, die ich so genetisch mit mir rumtrage, würde man denken, dass ich bei einer UNO-Vollversammlung gezeugt wurde. :D

    Aber ich glaube, als Mode Accessoire tauge ich eh nicht so ganz. Zu meinen besten Zeiten vielleicht, als ich als armer Student nichts zu beißen hatte, da war das anders. Aber nu‘ hab ich ja genug zu beißen und beiße auch gerne und ausgiebig… naja.

    Trotzdem gebe ich den Traum nicht auf!

  8. Buckethead sagt:

    Wie mein Vater immer so gerne sagte: Liebe vergeht, Hektar besteht!

    Ich bin übrigens eher durch Zufall auf deinen Blog gestoßen, hatte ihn „verloren“ und ihn schließlich über Sash wiedergefunden.

    Jetzt haben die Mittagspausen auch wieder einen Sinn! Ich beeumel mich regelmäßig bei deinen Texten. Deshalb mal an dieser Stelle: Vielen Dank für deine fulminanten Geschichten.

  9. @Buckethead

    Dein Vater ist ein weiser Mann. Und was die Geschichten angeht, ist ja im Grunde alles Therapie und Traumaverarbeitung. Inzwischen freue ich mich schon auf jeden Kunden und Kollegen, der außer der Spur läuft.

  10. Buckethead sagt:

    Da ich ebenfalls im (weiteren Sinne) EDV- und damit auch im Supportbereich tätig bin, kann ich einfach nur bei manchen Kundengeschichten nicken und mir dabei denken „Ja, das ist dir auch schon so begegnet“.

    Schon lustig, dass viele Nutzer von Software die selben Probleme haben. Die könnten doch in einer Selbsthilfegruppe besprochen und aus der Welt geschafft werden. Aber dann hätten wir ja nichts mehr zu tun ;D

  11. @Buckethead

    Meine heutigen Kunden sind ja nicht der klassische Benutzer, der auf dem IT-Helpdesk aufschlägt, sondern selbst Admins etc. Also eigentlich Leute, die es „wissen müssten“. Und was mir da begegnet, das finde selbst ich heute noch manchmal höchst erschreckend. Gerade die Tage wieder einen Notfalleinsatz in einem Industrieunternehmen gehabt, wo ich mich fragte, was die bitte in der IT-Abteilung dort machen. Arbeiten kann es nicht sein, sonst hätte ich in der Nacht gemütlich in meinem bequemen Bettchen verbracht, statt vor Ort übermüdet dumme Anfängerfehler auszubügeln.

  12. Buckethead sagt:

    Autsch, das ist dann natürlich suboptimal mit den Admins.
    So penetrant ist es bei mir dann zum Glück doch nicht, da unser Kundenstamm überwiegend aus Kommunen, Stadt- und Kreisverwaltungen besteht.
    Und das Beste daran ist: Freitag nach 12 Uhr ruft keine Sau mehr an :D
    Demnach bin ich von Arbeit am Wochenende größtenteils verschont.

    Allerdings bilde ich mir ein von EDV mehr zu verstehen (und ich bin sicher nicht ansatzweise so gut wie deine Azubis) als so mancher „Hausadmin“, der das Buch „SQL Server für Dummies“ oder ähnliches großräumig umfährt.

  13. Eunoia sagt:

    Bin auch neu hier, via Renke’s Blog dann Torsten’s. Blogge selbst meist in Englisch, mit gelegentliche Ausfälle in Lallans, Deutsch oder Latein ;-)

    Was Aufwand betrifft, kann ich dir nur zustimmen. Jedes Buch das ich geschreiben ( oder auch nur herausgegeben) habe hat 6 volle Monate gekostet. Jetzt schaffe ich (als Rentner) idealerweise 3 Blogbeiträge pro Woche, allerdings von gemischte Qualität und meist nicht so amusant wie deine.

    Aber ein Tipp : für die Erstfassung kann man die (in Win 7 eingebaute) Diktier-SW benutzen. Habe neulich sogar dies mit Google’s in-der-Wolke Übersetzer kombiniert, um eine „Star-Trek Handtranslator“ anzunähern. Mit lustige Ergebnisse (siehe mein Blog).

    Eunoia

  14. @Buckethead

    Du Glücklicher. Bei mir ist der Kundenstamm „bunt“ gemischt. Das heißt, dass das Telefon nie still stehen würde, wenn ich nicht zwei Durchwahlnummern hätte, von der die bekannte zu einer gewissen Uhrzeit automatisch auf die „Leider rufen Sie außerhalb der Geschäftszeiten an. Versuchen Sie Ihr Glück bitte in 100 Jahren wieder.“-Ansage umleitet.

    @Eunoia

    Muss täglich viel zu viel Englisch sprechen, lesen und schreiben, so dass ich mich privat dann der Pflege meiner zweiten Muttersprache widme. Und wie du ja selbst weißt, ist der Prozess des Schreibens ein langwieriger. Ich bin froh, wenn mein anderes Projekt, das in der Tat ein Buch wird, schon in 6 Monaten fertig wird. Zwar mangelt es mir nicht an Ideen, aber die wollen ja auch alle wohlgeschrieben verknüpft werden. Und wenn man dann noch ständig die bereits geschriebenen Teile überarbeitet. Dabei nützen mir Sprache-zu-Text-Programme recht wenig. Ich habe so viele Anschläge pro Minute, dass jede Terrororganisation der Welt neidisch wird. Ich komme knapp an mein gesprochenes Wort heran.

    Aber eine Frage sei mir noch gestattet: Wer ist Renke und wo finde ich sein Blog?

  15. Hannah sagt:

    Moin Maskierter,
    bisher habe ich immer nur deine Kommentare bei Sash&Co. gelesen, aber nach Torstens wohlwollendem Hinweis auf dein Blog habe ich mich doch mal rüberbequemt – und obwohl ich mit IT etc. wenig am Hut habe, lese ich’s gerne und ärgere mich gerade fast ein bisschen, dass ich erst jetzt dazugestoßen bin.

    PS: jung, heiratswillig, vermögend? ließe sich drüber diskutieren (ab wann nennst du’s ‚vermögend‘ und nicht mehr nur ‚gut situiert‘?)

  16. @Hannah

    Sieh es mal so, dafür kannst du jetzt ganz viel am Stück lesen. ;) Und es ist meine Absicht, so zu schreiben, dass es auch Nicht-ITlern Freude bereitet.

    Und was das vermögend angeht: Es muss eben genug Rotwein und Fleisch plus Kohle für mein „Spielzeug“ drin sein. Da ich aber ansonsten recht bescheiden lebe *huströchel*, muss das gar nicht mal so viel sein. ;)

  17. Eunoia sagt:

    Renke ist ein SysAdmin in Augsburg.
    Er kommt nach PB mich am 16/2 besuchen übrigens.
    Könnten wir Blogger-essen überlegen; du kennst ja die beste Steakhäuser, unterstelle ich :-)

    Sein blog URL : http://gss-konstanz.de/8-kerne-und-nen-typ/

    Stu
    aka Eunoia

  18. Feuerpatsche sagt:

    Lass dich nicht hetzen!
    Gute Einträge brauchen eben Ihre Zeit.
    Und wenn man dafür ein paar Tage mehr warten muss nimmt man die Zeit gerne in Kauf!
    -ich zumindest-

    Mir macht das Lesen deiner Einträge immer eine Menge Spaß und hat mir auf der Arbeit (während den Pausen ;) ) schon den ein oder anderen Lacher entlockt der lauter war als geplant.

    Die Kollegen werden sich sicher auch schon gefragt haben, was denn an dem neuen Azubi kaputt is. :D

    Grüße aus der Paderstadt und somit vielleicht auch der Nachbarschaft? ;)

  19. Andrea sagt:

    „Aus diesem Grund habe ich vor einiger Zeit den persönlichen Anspruch an mich gestellt: Bei Wind und Wetter, jeden Montag um 4 Uhr morgens ein neuer Eintrag. Dies erscheint mir ein vernünftiger und haltbarer Kompromiss.“ – Um 4 Uhr morgens – da befinde ich mich im fast schon koma-ähnlichen Tiefschlaf.

    Schön, dass ich dich mit meinen Beitrag nun ja *verlegen hüstel* inspiriert hab‘. *halb verlegen hüstel, halb grins*

    Ein schönes, ruhiges Wochenende wünscht dir lieber Maskierter herzlichst

    Andrea

  20. Hannah sagt:

    @Der Maskierte: Sieh es mal so – dafür MUSS ich jetzt ganz viel am Stück lesen und dafür meine Freunde, meine Arbeit und mein Studium vernachlässigen ;)

  21. @Feuerpatsche

    Hetzen lasse ich mich nur für Geld. ;) Keine Sorge. Aber ich kann euch ja sagen, was los ist. Grüße aus der nicht allzuweiten Ferne gen Ampelborn.

    @Andrea

    4 Uhr morgens ist ein Zugeständnis an die fleißigen Taxifahrer in der Nacht.

    @Hannah

    Auch nach wiederholtem Lesen deines Kommentars finde ich keinerlei Grund, warum du das „MUSS“ so betont hast und was dies mir suggerieren soll. ;)

  22. Hannah sagt:

    Das habe ich nur betont, um hervorzuheben, dass ich gar nicht anders kann, als zu lesen – keine Angst, es war vollkommen positiv gemeint ;)

  23. @Hannah

    So habe ich das auch aufgefasst. Nur ich habe gelernt, wenn eine Frau „MUSS“ betont, dann ist das eigentlich nie positiv gemeint, deswegen habe ich verzweifelt den Haken gesucht – und nicht gefunden. ;)

  24. Hannah sagt:

    Na Mensch, und ich hatte mir schon ernsthaft Sorgen um meine virtuelle Außenwirkung gemacht…

  25. @Hannah

    Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich völlig ungeniert. Danach agiere ich schon immer.