Dies ist wirklich kein Blogeintrag ;)

Veröffentlicht: Donnerstag, 01.03.2012 in Kollegen

Heute zog es mich gemeinsam mit dem Häuptling zum Mittagstisch in ein etwas weiter entferntes Bistro. Ich überließ dem Stammesfürst die Ehre, mich chauffieren zu dürfen.

Wir besuchen so gerne das Bistro, weil es immer drei Gerichte täglich zur Auswahl hat, die besonders günstig sind und dennoch von exzellenter Qualität. Beim Betreten grüßte uns schon Beate Dienung und wir steuerten zielstrebig unseren Stammtisch an.

Beate brachte uns auch ohne explizite Aufforderung gleich Getränke – man merkt schon, dass wir hier gerne einkehren – und die Tageskarte. Auf dieser waren eine Gemüsesuppe, ein vegetarischer Eintopf und ein Rumpsteak mit selbstgemachter Kräuterbutter und Bratkartoffeln verzeichnet. Ich brauchte keine Sekunde zu überlegen und orderte das Rumpsteak – selbstverständlich Medium Rare – was Beate dienstbeflissen notierte. Mein Häuptling benötigte ein paar Sekunden länger um die Karte zu studieren, doch kurz darauf bestellte er:

Ich nehme auch das Rumpsteak, da habe ich heute so richtig Lust drauf.

Doch des Häuptlings Enthusiasmus wurde schnell von unserer fleißigen Gastronomin gebremst:

Das ist leider aus.

Wie aus? Der Maskierte hat doch gerade noch eines bestellt.

Genau mein Lieber. Und das war das letzte.

Ich erntete einen Blick, der jeden anderen Indianer unseres Stammes auf der Stelle das Blut gefrieren lassen hätte, doch ich grinste nur lässig.

Mal verlierst du und ein andermal gewinne eben ich.

Mit diesen Worten spottete ich meinen Stammesfürsten noch mehr und erntete nur eiskalte Verachtung. Er entschied sich dann für den vegetarischen Eintopf.

Unser Gespräch drehte sich dann auch sofort wieder um die bald anstehende Cebit, die in sie gesetzten Hoffnungen und bereits aufgestellten Pläne. Auch als schließlich das Essen kam, ließen wir uns nicht großartig im Thema beirren, wobei ich wieder ein breites Grinsen im Gesicht hatte, während Der Häuptling etwas sauertöpfisch dreinblickte, was mich nach meinem letzten Bissen dazu anstachelte ihn zu fragen:

Das Steak war echt ein Gedicht. Ich verstehe nicht, wieso du das nicht bestellt hast.

Das Ganze garnierte ich mit einem Grinsen, das nur durch meine Ohren gestoppt wurde. Die Augen meines Obersten spieen wütende Funken, während er gerade seinen letzten Bissen herunterwürgte. „Du läufst!“, sagte er in einem ganz leisen Ton, der jedem Eingeweihten bedeutete, dass Polen offen war. Kommentarlos tupfte er sich den Mund mit der Serviette sauber, erhob sich, schnappte seine Jacke und ging zum Auto und fuhr davon. Beate schaute mich irritiert an, aber ich konnte nicht mehr anders als in einem Lachanfall zusammenzubrechen.

Als ich mich erholt hatte, beglich ich die offene Rechnung für uns beide und rief mir ein Taxi. Das war mir der Spaß, meinen Häuptling aufzuziehen, mehr als wert.

Addendum: Ich möchte mich bei allen Lesern entschuldigen, die aufgrund einer WordPress-Fehlfunktion quasi live das Entstehen dieses Nicht-Blogeintrags verfolgen konnten und deren Feedreader dadurch überschwemmt wurde. Auch möchte ich mich bei denen entschuldigen, deren Kommentare bei der anschließenden Aufräumaktion unter die Räder kamen. Das Blog befindet sich weiter in seiner Pause. ;)

Kommentare
  1. Voidi sagt:

    och das dieses Live entstehen war ganz lustig; könnte man weiter ausbauen
    Voidi

  2. @Voidi

    Dann bekommt ihr ja mit, wie lange ich über meinen ausgefeilten Formulierungen grübel. Nenene. ;)

  3. schang sagt:

    och mist, verpasst! :-)

  4. Andrea sagt:

    Tja, lieber Maskierter: Dumm gelaufen. ;) – Merke: Man soll nie den Häuptling aufziehen, dann folgt die Strafe auf den Fuß. ;)

    VhG

    Andrea

  5. @schang

    Das Wichtigste – den Phantomeintrag – hast du doch bemerkt. ;)

    @Andrea

    Strafe? Kann ich keine erkennen. Zumal ich nachher in der Firma noch rumposaunt habe, wie lecker das Steak doch wahr, so dass der Häuptling es stets hören konnte. :D

  6. cyberjoker sagt:

    Taxi und Essen sind doch bestimmt vom Spesenkonto getilgt worden?

  7. @cyberjoker

    Wie kommst du nur darauf? ;)

  8. Andrea sagt:

    @Maskierter

    Na du musstest doch laufen und das Essen selbst zahlen. Wenn das keine „Strafe“ ist. ;)

    VhG

    Andrea

  9. @Andrea

    Also die 5 Meter von der Tür des Bistros bis zum Taxi zähle ich jetzt mal nicht als Laufstrecke. Und wer sagte, dass ich das Essen selbst zahle? Ich sagte nur, dass ich die Rechnung für uns beide beglichen habe. :D

  10. Christine sagt:

    Du bist zum großen Teil ein richtiges Arschloch.

  11. @Christine

    Harte Worte. Natürlich habe ich – wie fast jeder Mensch – Arschlochzüge an mir, aber ich bin ein Freund von „Wie du mir, so ich dir!“. Der Häuptling hätte andersrum nicht unähnlich gehandelt, zumal wir beide ja auch, wie schon so oft gesagt, befreundet sind.

    Und es gibt eben Dinge, mit denen er mich vorzüglich ärgern kann und dies auch mit allergrößter Freude gerne tut.

  12. ich sagt:

    Du bist echt fieß. Sehe förmlich vor, mir, wei Deinem Häuptling das Wasser aus den Lefzen gelaufen ist :-)

    PS Dein Salat hat Suchtcharakter

  13. @ich

    Nicht wahr? Er hätte es umgekehrt genauso getan. ;) Freut mich, dass mein Salat so mundet.

  14. Andrea sagt:

    @Maskierter

    Ich weiß eh , wie du’s gemeint hast – deshalb auch die (;) ) in meinen obrigen Kommentaren.

    Wo kein Häuptling – da niemanden, den man aufziehen kann. :-(

    Wie war das doch gleich: Kinder und Uhren soll man aufziehen – sonst bleiben sie stehen. ;) – Passt auch gut bei einem Häuptling.

    VhG

    Andrea

  15. DenSch sagt:

    Natürlich wurde das Taxi mit der Firmen Visa beglichen :D

  16. @DenSch

    Oder Master oder Amex. ;)

  17. DenSch sagt:

    Amex? Ich ignorier jeden, der keine schwarze hat :P

  18. @DenSch

    Dann ignorier mich, ich habe meine gegen eine Grüne eingetauscht. ;)

  19. DenSch sagt:

    das is ja die billige standardkarte die jeder haben kann ;)

  20. @DenSch

    Richtig. Ich zahl doch keine 2500 Euro nur für eine Karte, von der die Wenigsten wissen, was sie bedeutet. ;) Und die, die es wissen, behandeln mich eh schon so, wie es sich gebührt.

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