Meine Arbeitsweise

Veröffentlicht: Donnerstag, 15.03.2012 in Dies, das und jenes

Wie ihr sicher mitbekommen habt, möchte ich derzeit wissen, wie ich künftig meine Beiträge veröffentlichen soll. Wer noch nicht an der Umfrage teilgenommen hat, möge bitte die Gunst der Stunde nutzen, damit auch seine Meinung mein Gehör findet.

Manche meiner Leser befürchten ja, dass ich mich selbst unter Druck setze oder gesetzt fühle. Das ist sicherlich auch ein wenig wahr. Wie diejenigen, die von Anfang an dabei sind oder sich das Blog von hinten nach vorne – oder umgekehrt – vorgeknöpft haben, habe ich ursprünglich mehr für mich gebloggt als für euch. Inzwischen hält sich das eher die Waage. Versteht mich hier nicht falsch, ich mache das immer noch mehr oder minder für mich, aber schließlich will ausnahmslos jeder Schreiberling zuallererst gelesen werden.

Um euch jetzt aber den Hintergrund meiner Umfrage besser verständlich zu machen, erkläre ich euch, wie meine Einträge so zustande kommen:

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Einträgen. Die spontanen, die sich aus einem gerade gemachten Erlebnis oder einer frisch aufgewühlten Erinnerung beziehungsweise Eingebung ergeben oder die Einträge meiner Schreibwut.

Die spontanen Einträge werden in der Regel noch am selben Tag runtergeschrieben und verharren dann bis zu ihrer Freilassung nach Freigabe durch Johannes im Entwurfsmodus. Bewusst davon ausgenommen sind kleine Zwischenkommentare zu meinem aktuellen Tag und Tagesereignissen.

Die anderen Einträge, das sind die Ergebnisse dessen, wenn mich die Muse geküsst hat. Wenn ich Dinge erlebe, die ich grundsätzlich für bloggenswürdig halte, aber mir zu dem Zeitpunkt die Muse für einen kompletten Eintrag fehlt, werden einige markante Notizen zu diesem Fall gemacht und ich warte auf einen Tag, an dem mich die Schreibwut überkommt. Diese Tage sind üblicherweise, wenn ich mir einen faulen Lenz machen kann und nicht mehr nur in regenerativer Schockstarre auf meiner Couch rumschimmel. Für gewöhnlich also passiert das an verlängerten Wochenenden oder eben im Urlaub. Neuerdings auch, wenn ich über meinem recht trockenen anderen Schreibprojekt sitze. Dann geschieht es schon mal, dass ich 2, 3 oder gar mehr der zuvor notierten Geschehnisse in prosaische Form bringe. Da so ein schwerer Fall von Schreibwut durchaus mal mehrere Tage anhalten kann, können in einem Urlaub so ein gutes Dutzend Einträge fertig geschrieben werden. Darunter verbirgt sich dann auch öfters mal einer, der mit über 1.000 Worten doch zu den etwas längeren Ausführungen gehört.

Apropos längere Ausführungen. So ein Eintrag wie „Gute und schlechte Azubis – oder wie man sich irren kann“ wird normalerweise nicht an einem Tag fertig. Und da kann es auch mal passieren, dass der eine längere Zeit halbfertig liegen bleibt, denn sowas muss reifen und gedeihen.

Wenn ich also im Idealfall einen schweren Anfall von Schreibwut mit einer guten Frequenz von spontanen Einträgen kombinieren konnte, dann lief es so wie in den Monaten bis vor Verkündung der eigentlich immer noch bestehenden Blogpause: Ich habe einen Pool aus ca. 5-12 bereits fertigen Werken, unter die sich spontane mischen. Zwar wurde zwischendurch auch immer mal wieder eine kurze Pause gehalten, diese hatte aber eher damit zu tun, dass ich derart mit dem, was man so gemeinhin Leben nennt, beschäftigt war, dass ich einfach keine Zeit hatte ins Blog zu schauen und eure Kommentare zu sichten und zu antworten. Denn eure Kommentare sind die Währung, mit der ihr mich für mein Tun entlohnt. Ich freue mich über wirklich jedwedes Feedback, sei es auch mal eine harsche Rückmeldung. Und je mehr dieser Kommentare zusammenkommen, desto motivierter bin ich, desto öfters überkommt mich die Schreiblust und sei es auch nur, dass ich bereits Niedergeschriebenem noch ein wenig Feinschliff verpasse, wenn mir absolut sonst nix gelingen will. Hier auch nochmal der Appell an die sonst stillen Mitleser, ab und zu mal ein Lebenszeichen zu geben, ihr tut euch nur selbst einen Gefallen damit.

Irgendwann ist jedoch auch mal der größte Pool ohne Wasserzulauf ausgetrocknet beziehungsweise es gibt einfach Einträge, die derzeit nicht veröffentlicht werden können, so dass wir die Situation der letzten Tage hatten. Aber jetzt wisst ihr, wie ich arbeite und ich hoffe, es hilft euch, eine Entscheidung zu treffen, die mir schließlich bei meiner Entscheidungsfindung hilft.

Eine kleine Bitte zum Schluss: Kommentiert hier bitte keinen Wunsch, wie ihr künftig meine Einträge geliefert bekommen wollt, sonst wird es ein klein wenig unübersichtlich. Dafür ist die Umfrage da. Danke!

Kommentare
  1. Andrea sagt:

    Du freust dich wohl über jeden Eintrag, lieber Maskierter, gell.;)

    Spass beiseite: Spontane Einträge sind mir lieber, als irgendwelche vorgefertigten, „kalten“ Beiträge.

    Warum korrekturlesen lassen ? – Deine Beiträge sind doch prima.

    VhG

    Andrea

  2. @Andrea

    Du möchtest also ausdrücken, dass meine ausgefeilten Meisterwerke bei dir nicht soviel Anklang finden, wie wenn ich schreibe: „Boah, hab ich gerade einen großen Haufen produziert!“

    Und warum Korrekturlesen? Weil meine Rechtschreibung und Grammtik zwar gut, aber nicht perfekt sind. Auch ich mache Fehler und der liebe Johannes ist so gut, diese dann auszutreiben und mir mitzuteilen, so dass ich lernen kann und noch besser werde.

  3. Jack sagt:

    Hm, nur mal so ein Tipp am Rande: Wie wäre es, wenn du deine Gedanken über das Weltgeschehen in Worte fasst?

  4. @Jack

    Ich habe schon oft genug Kopfschmerzen wegen meiner Kunden, dass ich nicht noch mehr gebrauchen kann.

  5. DerHoepp sagt:

    *Ka-ching*
    Wenn die Kommentare deinen gerechten Lohn darstellen, äußere ich mich als stiller Mitleser hier doch einmal sehr gerne und entlohne dich fürstlich. Es ist immer wieder eine schöne Pausenbeschäftigung, hier zu lesen. Und immer wieder eine Freude, neue Artikel zu finden.

    Dein Schreibstil ist erfrischend, die Geschichten vollkommen interessant. Vielen Dank für deine Mühen und ein herrliches Wochenende lieber Maskierter

  6. mm. sagt:

    *Entlohnungskommentar*
    Bin in letzter Zeit auch etwas gestresster, daher immer hinterher mit dem Lesen, und Kommentare unter schon durchdiskutierte Geschichten.. naja..
    Ich freu mich auf jeden Fall immer, wenn ich denn reinschaue, über frische (oder eben nicht ganz frische ;) ) Geschichten!

  7. @DerHoepp

    Danke, dir auch ein schönes Wochenende. Und künftig bitte mehr Lohn. :P

    @mm.

    Du darfst gerne Geschichten kommentieren, wenn du sie liest, da spricht überhaupt nichts gegen, auch wenn sie schon quasi aus dem letzten Jahrtausend sind. ;)

  8. MavoDaMi sagt:

    So, nun hab ich mich hier festgelesen und fang mal an, die Beiträge in chronologischer Reihenfolge zu konsumieren. Danke dafür! ;)

  9. Die Sekreteuse sagt:

    Diese Mischung machts aus, ich lese gern bei Dir;-))
    Irgendwie passen sie immer und manchmal brauchts einfach etwas Zeit für einen Beitrag, ist doch völlig ok. Mich würde es stören, wenn nur noch eine Variante z.B. die der schnell dahingeschriebenen situativen Artikel erscheinen würde und keine ausführlicheren „Hintergrund“-Artikel mehr bzw. umgekehrt.
    Besonders freu ich mich immer über Beiträge über aktuellen „Spass“ mit Kunden, denn sie zeigt mir, dass ich nicht in dem einzigen Irrenhaus auf dem Planeten arbeite.

  10. Die Sekreteuse sagt:

    …jetzt hat das Irrenhaus doch noch zugeschlagen, bitte Rechtschreibfehler ignorieren bzw. überlesen. Danke und Gruss von einer Sekreteuse die ganz dringend das Wochenende braucht…;-)

  11. Andrea sagt:

    @Maskierter

    „@Andrea

    Du möchtest also ausdrücken, dass meine ausgefeilten Meisterwerke bei dir nicht soviel Anklang finden, wie wenn ich schreibe: “Boah, hab ich gerade einen großen Haufen produziert!” “

    Ja, genau das meine ich. Lieber mal ganz was spontanes, als etwas „kaltes“, vorgefertigtes – von mir aus auch mit Rechtschreibfehlern, Tippfehlern – etc. –

    Nobody’s perfect.

    VhG

    Andrea

  12. @MavoDaMi

    Freut mich, dass meine Einträge dich so fesseln.

    @Die Sekreteuse

    Welche Rechtschreibfehler? ;) Ich bin ja hellauf begeistert von all denjenigen, die wissen, warum die deutsche Sprache Groß- und Kleinschreibung unterscheidet und dass Satzzeichen eine tolle Erfindung sind. Da darf dann auch mal der ein oder andere Faux Pas drunter sein, das korrigiert mein Hirn eh automatisch weg. Schlimm ist es doch nur, wenn man vor lauter Fehlern gar nicht die Aussage versteht.

    @Andrea

    Ich behaupte mal bis auf Johannes – der ja Insiderwissen hat, wann ich was geschrieben habe – kann fast niemand sagen von wann ein Artikel ist. Sei es ein längerer oder kürzerer. Und es ist schon vorgekommen, dass ich sonntags einen großen Artikel verfasst habe, der dann montags um 4 erschien. Und umgekehrt ist auch schon mancher dieser „Boah, hab die Schüssel in der Firma gerade gesprengt“-Artikel schon Wochen vorher geschrieben worden. ;)

  13. Andrea sagt:

    @Maskierter

    Gerade das meine ich ja mit „vorgefertigt“. Du tippst den Artikel z.b. an einem Freitag und postest ihn dann z.b. zwei Wochen später an einem Montag. D.h. der Artikel ist schon vollständig vorhanden, wird jedoch – u.a. aus Gründen der Anonymität/der fehlenden Zeit etc. – zeitversetzt gepostet.

    Wie gesagt, da wäre mir etwas spontanes, aktuelles – so weit wie möglich anonymisiert – lieber.

    VhG

    Andrea

  14. @Andrea

    Das geht leider nicht anders. Ich bin so spontan wie es mir möglich ist.

    Und spielt das wirklich eine Rolle, ob das beschriebene „Gestern“ eigentlich schon drei Monate her ist? Das Wichtigste ist doch, dass ich es lesenswert wiedergebe und wir beide unseren Spaß damit haben – ich beim Schreiben und Kommentare sammeln und du beim Lesen und Kommentieren.

  15. Andrea sagt:

    @Maskierter

    Hmm ja, was das Lesenwert beschriebene der Artikel und den Spass beim Schreiben einerseits und beim Lesen/Kommentieren andererseits betrifft, da gebe ich dir recht.

    Und das meine ich jetzt – zur Abwechslung – einmal todernst: Dein Blog ist einfach großartig. Mach‘ weiter so.

    VhG

    Andrea

  16. @Andrea

    Wenn ich nicht inzwischen ein mit allen Wassern gewaschener IT-Kämpfer wäre, ich würde glatt rot werden ob deines Kompliments. :)

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