Wenn Kunden meine Aufforderung befolgen

Veröffentlicht: Donnerstag, 03.05.2012 in Kunden

Mir ist gerade eben die Kinnlade runtergefallen. Aber sowas von. Warum? Weil ein Kunde genau das gemacht hat, was ich von ihm – eher scherzhaft – gefordert hatte.

Doch beginnen wir am Anfang der Geschichte.

Vor ein paar Tagen ging in letzter Minute ein Anruf bei mir ein – ein Hilfeschrei eines Kunden, klassisches SNAFU-Szenario. Und das nach einem Horrortag. Aber, auch wenn ich über meine Kunden schlimmer meckere als ein kenianischer Straßenhändler beim Feilschen, ich bin stets freundlich und zuvorkommend, wenn ich eine echte Katastrophe erkenne. Und das war eindeutig eine solche.

Schnell beredete ich am Telefon die ersten Schritte, die mein Gegenüber unternehmen sollte. Ich würde zwischenzeitlich meine räumliche Situation vom Firmenwigwam weg hin zu meinen vier Wänden verändern, weil ich den Laden nach bereits vier aufgelaufenen Überstunden echt nicht mehr sehen konnte. Ich würde mich sobald angekommen wieder telefonisch beim Kunden melden.

Gesagt, getan. Ich kam Zuhause an, warf schnell etwas Tiefkühlkost in ein entsprechendes Erwärmungsgerät, packte anschließend den Firmenlaptop aus, schloss mein Headset an diesen an und startete die Telefoniesoftware – ich liebe VoIP! Keine fünf Minuten später sprach ich wieder mit dem Kunden und befand mich dann auch per Fernsteuerung auf den arbeitsverweigernden Systemen. Weitere zwei Stunden später lief wieder alles wie es sein sollte. Da der Fehler eindeutig durch einen von mir zwischenzeitlich entdeckten und reproduzierbaren Bug in unserer Brötchenbringer-Software zustande kam, war es selbstverständlich, dass diese Hilfe für den Kunden kostenfrei erfolgte. Mehr im Scherz meinte ich:

Nichtsdestotrotz kommt der Nachtzuschlag in Form von mindestens 2 kg Schokolade, in unterschiedlicher Darreichungsform und persönlich an mich auszuhändigen, drauf.

Und gerade eben bekam ich ein Paket von besagtem Kunden, in dem ich gut 3 kg Schokoladenspezialitäten vorfand, begleitet von einem Dankesschreiben, dass ich so schnell und unkompliziert und über meinen Feierabend hinaus geholfen habe und ich hoffentlich mit dem Nachtzuschlag zufrieden bin.

Sollte ich vielleicht erwähnen, dass der Kunde ein renommierter Süßwarenhersteller ist? Egal, ich bin jetzt beschäftigt.

Kommentare
  1. Stefan sagt:

    Schön, wenn es auch mal so läuft. Dann bleibt der Tag wenigstens zum Teil in guter Erinnerung. ;-)

  2. @Stefan

    Wäre es auch so geblieben, da der Kunde ein sehr fröhlicher und lustiger Mensch ist. Als mein Essen fertig war, hab ich mich schon vorweg für eventuelle Essensgeräusche entschuldigt und er meinte nur: „Rülpsen und furzen Sie ruhig. Ersters stört mich nicht, letzteres rieche ich nicht. Lassen Sie es sich schmecken.“ Diesen Worten ließ er ein herzhaftes und ehrliches Lachen folgen.

  3. *-* Um Himmels Willen..3kg?! Schokolade?! Und das wagst du dich hier so unverschämt durch die Weltgeschichte zu posten?? Moah ich bin schon ganz grün vor Neid.

  4. @gotsassaufeinemast

    Ich bin auch schon ganz grün. ;)

  5. Aber sicher nicht vor Neid ;)

  6. @gotsassaufeinemast

    Definitiv nicht wegen Neid. Übrigens heißt es nicht umsonst: Mitleid bekommt man geschenkt, aber Neid muss man sich aufrichtig verdienen. So, muss mehr Schoki verarzten, auch wenn ich schon reichlich vollgestopft bin. :D

  7. Kenny sagt:

    Für Süßzeug hat man ja generell noch einen Ersatzmagen, daher…. Laß es Dir schmecken

  8. Schokolde scheinbar auch. Es sei dir ja gegönnt. Aber bei so einem Tag wie heute, hätte ich auch gern 3kg davon.

  9. Ex-Admin sagt:

    Hervorragende Leistungen müssen eben entsprechend honoriert werden! XD

  10. @Kenny

    Aber irgendwann ist auch der voll. ;)

    @gotsassaufeinemast

    Hallo? Ich hab kostbare Freizeit für die 3 kg geopfert!

    @Ex-Admin

    Sehe ich exakt genauso.

  11. Leser sagt:

    Bei der Überschrift habe ich eher an eine Aufforderung der Art „Bitte schließen Sie alle Fenster“ gedacht. (Reaktion: Der Kunde steht auf und meldet sich nach einiger Zeit mit den Worten zurück „Auch die im Nachbarbüro?“)

  12. Wolfy sagt:

    3kg Schoko? Das verputzt ein Wald- und Wiesenwolf in 5 Minuten! :D

  13. @Leser

    Das fehlt noch, aber wenn sowas passiert, glaub mir, es würde sich hier zu lesen finden.

    @Wolfy

    Du also in nichtmal 2, richtig?

  14. Wolfy sagt:

    @Maskierter:

    Rüchtüg! :D

  15. breakpoint sagt:

    @Wolfy

    Und wo bleibt da der Genuss?

  16. Andrea sagt:

    „Aber, auch wenn ich über meine Kunden schlimmer meckere als ein kenianischer Straßenhändler beim Feilschen, ich bin stets freundlich und zuvorkommend, wenn ich eine echte Katastrophe erkenne. “ *looooooooool*

    Lass dir die Schokolade gut schmecken, lieber Maskierter.

    Jetzt sind lauter Schoko-Flecken auf der Maske – tss, du bist so ein Ferkel. ;)

    VhG

    Andrea

  17. Wolfy sagt:

    @breakpoint:

    Der Genuss kommt dann zu Hause. So ein Wald- und Wiesenwolf würgt sein Essen ja erst mal wieder hoch, damit die Jungen davon etwas abbekommen. Ich hab zwra keine Welpen – aber warum nicht nochmal essen? Und das ist nicht eklig!

    ;)

  18. Oh Wolfy..ein Link..das wird wieder teuer ;)

  19. Wolfy sagt:

    Wuhaaa – ring ihn doch nicht auf dumme Gedanken! Der Link führt auf keine meiner Seiten – das ist ein google-Link – so in der Art *hust*

  20. mm. sagt:

    Mmmh… Diese Geschichte sorgt dafür, dass ich neue Punkte auf die Anforderungsliste potentieller zukünftiger Arbeitgeber schreiben muss! :) (…und ich verspüre plötzlich einen großen Hunger auf Schokolade, nur ist keine zuhaus… Mist…)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s