Städtischer Irrsinn

Veröffentlicht: Mittwoch, 26.06.2013 in Erlebnisse

Wie ja bekannt ist, hat Maskenstadt vor einiger Zeit eine neue Postleitzahl erhalten. Doch schon bevor es mich an den Rand dieses schönen Neubaugebiets zog, fuhr ich regelmäßig durch eine bestimmte Straße hier, die man daran erkennen konnte, dass in den Schlaglöchern ganze Autoreifen problemlos verschwinden konnten.

Mit meinem Umzug letztes Jahr gehörte diese Straße nun zu meinem täglichen Arbeitsweg und alsbald lernte ich, mit welcher Geschwindigkeit ich die Löcher überfliegen konnte, oder mit welchen Schlangenlinien umfahren. Gelegentlich, wenn mal wieder ein Smart in eins der Löcher gefallen war und nicht mehr aus eigener Kraft heraus kam, wurde diese Stelle alibimäßig von der Stadtverwaltung geflickt.. Doch das Gesamtkunstwerk aus Bodenwellen, die eher schon Gebirge sind, und Schlaglöchern blieb.

Nun endete vor einiger Zeit der Winter und die Schlaglöcher in besagter Straße wurden inzwischen sogar Offroadern zum Problem, was die Stadtverwaltung immerhin dazu bewegte, die Löcher bereits nach einer Woche und nicht nach einem Monat erst zu stopfen. Auch in meinem schönen Neubaugebiet hinterließ der Winter seiner Spuren. Die Asphaltdecke direkt vor meiner Garagenausfahrt war etwas porös und es gab sogar ein 2-Euro-Münze großes Loch.

Und dann kam jener Morgen, der alle Hoffnung an den gesunden Menschenverstand in der Stadtverwaltung in Zweifel zog: Pünktlich um 6 Uhr ratterten vor meiner Garage schwere Maschinen des städtischen Straßen- und Brückenbauamts. Die Geräuschentwicklung der Asphaltfräße ließ mich schneller als das Licht im Bett hochschnellen und meine Kevlarweste und den Splitterschutzhelm suchen. Erst dann wurde mir gewahr, was sich da draußen abspielte. Ordnungsgemäß und mustergültig wurde der defekte Teil der Straßendecke großräumig entfernt und anschließend erstklassig asphaltiert.

Während ich also direkt aus meiner Garage sanft auf die neue Asphaltdecke gleite, überlege ich inzwischen, ob ich mir für die Schlaglochallee nicht besser einen Offroader zulege, denn dort wird nach wie vor nur notdürftig geflickt.

Kommentare
  1. breakpoint sagt:

    Tss, ich vermute mal, dass der Verantwortliche in der Stadtverwaltung einen ganz anderen Arbeitsweg hat als du.

  2. @breakpoint

    Oder er wohnt wie ich in dem Neubaugebiet und kommt täglich an der Stelle vorbei?

  3. breakpoint sagt:

    @Maskierter
    Zumindest muss er wohl nicht durch die Schlaglochstraße.

  4. @breakpoint

    Soviel steht schonmal fest. Jedoch ist die Schlaglochstraße eine wichtige Verbindungsstraße zwischen zwei großen Hauptstraßen.

  5. Daniel sagt:

    Klingt nach Mannheimer Verhältnissen :)

  6. @Daniel

    Maskenstadt ist überall. ;)

  7. Ist das evtl. eine „Landstraße“, also eine vom Bundesland verwaltete und finanzierte Straße?
    So was haben wir bei uns auch. Die städtischen (und auch die Bundesstraßen) sind oftmals wie geleckt, die 2 Landstraßen die durch unseren beschaulichen Schwarzwaldort führen, haben sich bei den Autoherstellern schon als Teststrecke rumgesprochen…

  8. @Christian Ragg

    Nein, das ist definitiv eine ganz normale, städtische Straße, die als Verbindung zwischen zwei wichtigen städtischen Hauptstraßen liegt, wovon eine schließlich in einer Bundesstraße mündet.

  9. Wolfy sagt:

    Das erinnert mich an das Straßenflicken bei meinen Eltern im Arsch der Welt (ja IM).

    Zwischen 1989 (laut Opa) und 2011/12 kamen dreimal jährlich irgendwelche Firmen und haben sämtliche Straßenabschnitte von Autobahnabfahrt und #großes Ort abgemessen. Dazwischen lgen etliche Dörfer.
    Ende der 90iger wurde dann die Straße ab Autobahn bis 200Meter weiter komplett neu gemacht. Dabei wurde sie auch gleich verbreitert, weil sie vorher nur 1,5 Autos Platz bot.

    Etwa 8 Jahre später wurden dann die Hauptstraßen in den Dörfern neu asphaltiert. Aber wirklich nur von Ortseingangsschild bis Ortsausgangsschild (also zwischen 20 und 200Meter). Keinen Millimeter drüber.

    2011 wurden dann die Abschnitte zwischen den Orten neu gemacht. Allerdings nicht verbreitert – allerdings mehr, weil einfach kein Platz war. Nun laufen die Wetten, wann der letzte Abschnitt (Nach-Autobahn bis Dorf 1) nun auch endlich mal neu gemacht wird.

    PS:
    Die Straßen hatten schon zur Wende keine Schlaglöcher mehr. Schlaglöcher setzen nämlich voraus, dass da irgendwo noch normale Straße war. Und da durchaus auch schon mal Busse und LKWs aufgesetzt haben… kein Kommentar.

  10. Sheepy sagt:

    Kann man diese Staße denn noch mit Sportwagen wie nem Porsche befahren?
    Oder hängen die direkt mit den rädern inner Luft?

  11. @Sheepy

    Also mit einem Cayenne solltest du durchkommen – und jetzt weiß ich auch, warum Porsche den gebaut hat. :D

  12. Sheepy sagt:

    Vllt. ist der zustand unserer Straßen auch der Grund warum sich das ding so gut verkauft :D

    Aber es wundert mich dann doch schon warum keiner gegen die Stadt klagt. Wenn ich mit meinem „optimerten“ Golf da nicht mehr lang kommen würde gäbe es ärger. Ich hab schließlich das Gutachten von nem KFZ Sachverständigen der sagt das mein Auto allen regeln der StVZO entspricht ^^

    Aber damals in Augsburg musste ich auch schon über die Gegenfahrbahn fahren weil ich einfach nicht durch 40cm tiefe löcher fahren kann ^^
    Und wenn ich nächsten Monat wieder durch Halle muss wirds auch wieder abenteuerlich :/
    Zu letzt ist da ja auch noch Kassel mit ihrem großartigen Kopfsteinpflaster… geht gar net.

    Ich unterstelle jetzt einfach mal Porsche und der BRD ein abkommen das die ihre Straßen nicht mehr warten und Porsche dafür mehr überflüssige Autos verkaufen kann (Ich empfinde lediglich den Cayenne aus dem Porsche Portfolio als überflüssig, der Rest ist wenigstens schnell :D).

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