Dummheitszuschlag

Veröffentlicht: Montag, 15.07.2013 in Kunden

Gemütlich saß ich in meinem Büro und freute mich meines Lebens. Sabine Feger leistetete mir im wahrsten Sinne des Wortes süße Gesellschaft, indem sie mir ihre neusten Cupcake-Kreationen zum Kosten gab.

Doch mein Glück währte nicht lange, da riss mich das Klingeln meines Telefons zurück in die harte Wirklichkeit des Arbeitsalltags. Mit einem traurigen Gesichtsausdruck auf unser beider Gesichter verabschiedeten wir uns. Sabine stellte noch drei weitere Cupcakes vor mich und meinte:

Damit du den Tag durchhältst!

Dann war sie auch schon zur Tür raus und das Lärmen des Telefons ließ sich nicht mehr ignorieren.

Seufzend nahm ich den Telefonhörer in die Hand und grüßte, bevor ein Redeschwall mich zu ertränken suchte.

Guten Tag, Eric Fahrener von Schon-Lange-Kunde. Ich versuche gerade hier was in Brötchenbringer zu konfigurieren, aber ich bekomme es einfach nicht hin. Könnten Sie sich bitte zuschalten und mir helfen?

Da Herr Fahrener ein langjähriger und sehr kompetenter Benutzer unseres Produkts war, der regelmäßig an den Schulungen teilnahm, kam ich dem Wunsch ohne Rückfrage, was er genau konfigurieren möchte, nach. Nach ein paar ausgetauschten Schlüsselkennungen war ich dann auch auf seinem System und fragte ihn, nachdem ich unsere Konfigurationsoberfläche aufgerufen hatte, was er denn gerne möchte.

Ich hätte es gerne eingerichtet, dass bestimmte ausgehende Mails einer gewissen Kategorie, Rechnungen z.B.,  automatisch an eine zweite Adresse geschickt werden.

Verdattert fiel mir die Kinnlade auf den Tisch. Ich rief den Dialog auf, setzte den Haken bei der Kategorie Rechnung bei „Mail zusätzlich senden an:“ und tippte da eine Alibi-Adresse ein. Meine Handlung wurde von einem Aufstöhnen und dem klatschenden Geräusch einer flachen Hand, die mit voller Wucht versucht die Stirn zu durchdringen begleitet.

Herr Maskierter, schicken Sie mir bitte die Rechnung und vergessen Sie dabei den Dummheitszuschlag nicht! Das hätte ich ja wirklich selber entdecken müssen.

Ich verabschiedete mich grinsend und kam seinen Wunsch freudig nach, indem ich den Zuschlag für Tätigkeiten außerhalb des Produktsupports aktivierte. Die Rechnung wurde anstandslos bezahlt.

Kommentare
  1. breakpoint sagt:

    Ende gut, alles gut!

    Auch der versierteste Anwender kann mal auf der Leitung stehen, und du durftest dich ja an Cupcakes erfreuen.

  2. @breakpoint

    Die gute Sabine hätte mir aber ruhig länger, so den Rest des Tages, Gesellschaft leisten dürfen. Insofern waren die drei Cupcakes nur ein schwacher Trost.

  3. whiskey2011 sagt:

    darf ich mal klugscheißen? nö? egal, ich tu es trotzdem:

    „Damit du den Tag durchhälst!“ <- da tut dann der hals so richtig weh, oder?

    :-D

  4. @whiskey2011

    Danke für den Hinweis, schon korrigiert. Das kommt davon, wenn ich einen Artikel ohne Durchsicht von Johannes veröffentliche.

  5. makbig sagt:

    Nur der wirklich Kluge steht zu seinen eigenen Fehlern.

  6. @makbig

    Und der Weise lernt sogar noch aus ihnen.

  7. Kommentator sagt:

    Statt eines Dummheitszuschlages wäre also eher ein Schmerzensgeld fällig geworden, weil Sabine dir nicht mehr länger Gesellschaft leisten konnte. :-)

  8. @Kommentator

    Das sowieso. Wird eh automatisch eingerechnet.

  9. Wie hoch ist so ein Dummheitszuschlag bei euch?

  10. @duftschuppenk

    Variabel zwischen 25-400% zum Basissatz.

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